Diverses Konsumklima bleibt schwach

Die Konsumenten bleiben in Wartestellung. Dies ergibt der neue GfK-Report zum Konsumklima.

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland bleibt auch im Februar schlecht. Offensichtlich fehlt den Menschen derzeit der Glaube an eine Besserung der wirtschaftlichen Lage. Die gestiegene Steuerlast, die tendenziell weiter steigende Arbeitslosenquote und die Ungewissheit, was mit dem Irak passiert, trüben die Stimmung. Allein die Anschaffungsneigung scheint sich wieder ganz zögerlich in Bewegung zu setzen. Eine generelle Trendwende ist jedoch nicht in Sicht – so die jüngste Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg.

Obwohl der Indikator für die Konjunkturerwartung im Februar leicht angestiegen ist, bleiben die Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stark eingetrübt. Das Plus von gut drei Punkten gegenüber dem Monat Januar kompensierte lediglich die Verluste aus dem Vormonat. Noch immer ist die Stimmung auf einem Niveau, das zuletzt in der Rezession des Jahres 1993 gemessen wurde.

Anzeige

Die schlechte Konjunktureinschätzung resultiert nicht zuletzt aus der Erwartung einer weiter steigenden Arbeitslosenquote. Die Arbeitsmarktzahlen vom Januar lassen in den Augen der Konsumenten die Hoffnungen auf eine baldige Wende auf dem Arbeitsmarkt schwinden. Auch die Prognosen von Wirtschaftsexperten, die für dieses Jahr überwiegend ein Wirtschaftswachstum von unter einem Prozent für Deutschland erwarten, bestärken die Einstellungen der Konsumenten.

Nachdem die Arbeitnehmer Ende Januar ihre erste Lohn- und Gehaltsabrechnung mit den gestiegenen Beiträgen zur Renten- und Krankenversicherung erhalten haben, wäre es nach Ansicht der GfK nicht überraschend gewesen, wenn sie darauf negativ reagiert hätten. Das hat sich allerdings nicht bewahrheitet, denn der Indikator Einkommenserwartung ist zwar gesunken, aber nur um 1,5 Punkte auf Minus 20,9 Zähler. Offenbar haben die Konsumenten ihre Einkommenserwartungen schon im Oktober und November letzten Jahres nahezu vollständig revidiert, als die Diskussion über erhöhte Steuern und Sozialabgaben entbrannte. Damals war der Indikatorwert stark gesunken. Jedoch wird die gestiegene Steuer- und Abgabenlast dafür sorgen, dass die Nettoeinkommen in diesem Jahr nur sehr verhalten zunehmen werden – das gilt auch dann, wenn die Bruttobezüge aufgrund relativ guter Tarifabschlüsse wieder stärker steigen werden.

Lichtblick: Bei der Anschaffungsneigung der Verbraucher deutet sich eine Wende an. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte der Indikator Anschaffungsneigung zulegen – allerdings nur mit einem bescheidenen Plus von 0,6 Punkten gegenüber dem Januar. Mit einem Wert von Minus 30,6 Punkten liegt die Konsumneigung inzwischen mehr als 20 Punkte über dem Tiefstand vom November letzten Jahres.
Der Indikator scheint damit zumindest vorerst die Tiefstwerte des letzten Jahres hinter sich gelassen zu haben und einen Aufwärtstrend anzuzeigen.

Fazit: Das allgemeine Konsumklima bleibt unverändert zurückhaltend. Der drohende Irakkrieg, die steigenden Arbeitslosenzahlen und die gestiegene Steuer- und Abgabenbelastung sind ausschlaggebend dafür, dass sich das Konsumklima bestenfalls schwach und eher seitwärts entwickelt. Für März prognostiziert der Indikator einen Wert von 3,8 Punkten, das sind 0,1 Punkte weniger als im Februar. Die Stimmungslage bleibt also weiter unsicher.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...