Diverses Kostenlawine bei Jobbörse

Das Online-Angebot der Arbeitsagenturen bleibt ein Millionengrab. Interne Papiere enthüllen, dass schon wieder in großem Umfang Geld nachgeschossen werden muss.

Noch im März versicherte Vorstandschef Frank-Jürgen Weise: Allen Skandalberichten
zum Trotz blieben die Kosten für den Umbau des EDV- und Internet-Systems der Behörde mit 163
Millionen Euro unter dem Deckel. Sieben Monate später steht fest, dass dieser Deckel gesprengt ist.

Nach internen Unterlagen der Nürnberger
Bundesagentur muss beim Virtuellen Arbeitsmarkt schon wieder kostspielig nachgerüstet werden. Es gebe „neue, nicht im Projektumfang enthaltene
Anforderungen“, heißt es dort. Diese Projekte würden „einzeln aufgesetzt“ und „separat budgetiert“.

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Noch liegen keine genauen Investitionspläne vor. Insider gehen aber davon aus, dass zusätzliche Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich nötig
sind. Damit zeichnen sich Gesamtkosten
von über 200 Millionen Euro für die virtuelle Stellenbörse ab – zum Projektstart im Dezember 2003 sollten es nur 65 Millionen Euro sein.

Zugleich nimmt intern der Druck auf das IT-Dienstleistungsunternehmen Accenture zu, das einen Großteil des Online-Angebots verantwortet.
Die Arbeitgebervertreter im Verwaltungsrat
der Behörde kritisierten kürzlich in nicht-öffentlicher Runde den gesamten virtuellen Auftritt der Bundesagentur.

„Navigation und Verlinkungen sind unzureichend, eine Nutzerfreundlichkeit nicht gegeben“,
so das Sitzungsprotokoll. Ein Vertreter der Bundesländer ging noch weiter: In die Dienste von Accenture bestehe „keinerlei Vertrauen mehr“.

Der Verwaltungsrat forderte von Agenturchef Weise einen nachvollziehbaren Zeitplan ein, ab wann „ein
Internet-Auftritt möglich ist, der den heutigen Standards entspricht“.

Weitere Meldungen aus dem Ressort Politik können Sie in der impulse-Ausgabe 12/2004, Seite 34, nachlesen.

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