Diverses Krankenkasse schwärzt „Blaumacher-Ärzte“ an

Die Bkk Hamburg hat eine Liste mit Hamburger Arztpraxen veröffentlicht, die durch häufige Krankschreibungen auffällig wurden. Sollten Chefs ihre Mitarbeiter des Schwänzens verdächtigen, verspricht die Kasse Hausbesuche.

Die Betriebskrankenkasse Hamburg verschickte ihre Liste mit zehn „auffälligen“ Arztpraxen an mehr als 2000 Unternehmen. Darin fordert sie die Chefs auch auf, „Blaumacher“-Verdachtsfälle zu melden. Im Gegenzug verspricht die Kasse Kontrollbesuche bei den mutmaßlichen Schwänzern: „Blaumacher werden sofort entlarvt und nehmen ihre Tätigkeit wieder auf.“

Ein Verfahren, das bei anderen Krankenkassen auf wenig Gegenliebe stößt: „Das kommt für uns nicht in Frage“, sagte DAK-Sprecher Frank Meiners gegenüber „impulse“. Die Krankschreibung sei eine Sache zwischen Arzt und Patient. Auch die Techniker Krankenkasse will von solchen Ideen nichts wissen: „Wir führen keine derartigen Listen“, sagte deren Sprecher, Hermann
ordnungsgemäßes Verfahren läge allerdings bei den Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese würden von den Kassen auch über Verdachtsfälle auf Seiten der Ärzte informiert.

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Auch die Hamburger Ärzteschaft geht bereits auf die Barrikaden: „Hier wird massiv Druck auf die Patienten ausgeübt und ihre Privatssphäre ausspioniert“, sagte Ärztekammer-Präsident Michael Reusch dem „Hamburger Abendblatt“. „Ich verstehe, wenn Versicherte überlegen, ob sie nicht in einer anderen Kasse besser aufgehoben sind.“ Die Ärztekammer werde die betroffenen Ärzte unterstützen. Die haben schon rechtliche Schritte gegen die BKK Hamburg angekündigt.

Die den ganzen Ärger allerdings nicht versteht. Die Intention sei, so einBKK-Sprecher, mit Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Man habe sich rechtlich abgesichert.

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