Diverses Kredite – Klug Geld leihen

Geld muss her. Aber woher? Und zu welchen Konditionen? Lesen Sie, wer als Kreditgeber in Frage kommt und welche Vor- und Nachteile gängige Kreditformen Ihnen bieten.

Welche sind die häufigsten Kreditformen?

Der Kontokorrentkredit: Wer sein Geschäftskonto überzieht, erhält einen Kontokorrentkredit oder auch Betriebsmittelkredit zu wesentlich teureren Konditionen. Aus diesem Grund sollte diese Variante nur zur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen eingesetzt werden.

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Der Personalkredit: Er wird auf Basis einer Bonitätsbeurteilung erteilt. Eine Absicherung mit dinglichen Sicherheiten wie Grundschulden oder Hypotheken erfolgt im Unterschied zum Realkredit nicht. Allerdings können Bürgschaften von anderen Personen oder die Abtretung von Forderungen an den Kapitalgeber (so genannter Zessionskredit) die Konditionen verbessern.

Der Realkredit: Als Sicherheit kann der Unternehmer eine Hypothek oder Grundschuld auf eine Immobilie hinterlegen. Allerdings darf die Kreditsumme nur maximal 60 Prozent des Beleihungswerts oder 50 Prozent des Verkehrswerts betragen.

Der Investitionskredit: Hier werden Gegenstände des Anlagevermögens, also zum Beispiel Maschinen, finanziert.

Das Aval: Es wird nun Firmen mit sehr guter Bonität erteilt, da hierbei zum Beispiel die Bank oder der Bund eine Bürgschaft oder Garantie für eine bestimmte Geldsumme stellen. Das bekannteste Aval ist wohl die Hermes-Bürgschaft im Zuge von Exportgeschäften: Zahlt der ausländische Kunde nicht, springt der deutsche Staat ein, so dass der Exporteur seine Ausfälle minimieren kann.

Woher bekommen Firmen einen Kredit?

Banken

Die Bank ist in Deutschland Finanzierungspartner Nummer eins für Unternehmer. Sie haben die Wahl zwischen zahlreiche Kreditvarianten, die sich – je nach Verwendungszweck – hinsichtlich Volumen, Laufzeit oder Besicherung unterscheiden. Die jeweiligen Konditionen (Laufzeit, Tilgung, Effektivverzinsung und so weiter) hängen von der Bonitätsbeurteilung des Kreditnehmers ab.

Lieferanten

Lieferanten geben ihren Kunden Kredit, indem sie ihnen ein Zahlungsziel gewähren, die Rechnung also nicht sofort kassieren. Die Frist beträgt in der Regel 30 bis 60 Tage. Firmen, die vor Ende des Zahlungsziels ihre Außenstände begleichen, kommen in den Genuss von Preisnachlässen (Skonto). Lieferantenkredite dienen vor allem der Vorfinanzierung des Warenlagers und sind meist mit einem Eigentumsvorbehalt verbunden. Das heißt: Bis zur vollständigen Bezahlung der gelieferten Ware bleibt diese im Besitz des Lieferanten.

Privatpersonen

Ob Verwandtschaft, Freunde oder andere Geldquellen – für diese Alternative gelten die gleichen Vorschriften wie bei einem Bankkredit. Auf der sicheren Seite steht, wer – wie unter Fremden – einen entsprechenden Kreditvertrag aufsetzt.

Mitarbeiter

Diese Variante dient in erster Linie der Mitarbeiterbindung. Die Konditionen fallen meist günstiger und variabler aus als bei einem herkömmlichen Bankkredit. Hinzu kommt: Die ausgezahlten Zinsen sind Betriebsausgaben und somit steuerlich absetzbar.

Förderprogramme

Ob EU, Bund, Länder oder einzelne Regionen: Sie alle bieten Unternehmern günstige Kredite zum Beispiel für die Expansion oder die Nachfolgeregelung. Hierbei gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Zum Beispiel mit tilgungsfreien Jahren zu Beginn oder einer Haftungsfreistellung, welche das Risiko für die Hausbank reduziert.

Welche Größen von Krediten gibt es für Firmen?

Mikrokredite

Anfang 2010 gründet die Bundesregierung den Mikrokreditfonds Deutschland, der mit 100 Mio. Euro ausgestattet ist (www.mikrokreditfonds.de). Kleinunternehmer und Gründer, die nur wenige Tausend Euro benötigen, können sich an eines der Mikrofinanzinstitute werden. Diese geprüften Gründungszentren oder Unternehmensberatungen vermitteln in der ersten Anfrage maximal 10.000 Euro. Neben Geld erhalten die Firmen auch eine Beratung.

Millionen- oder Großkredite

Darlehen mit einem Volumen von mindestens 1,5 Mio. Euro müssen bei der Deutschen Bundesbank gemeldet werden. Um einen Überblick über die Verschuldung des einzelnen Kreditnehmers zu bekommen, erhalten die Banken vierteljährlich eine Übersicht, die anzeigt, bei welchen meldepflichtigen Unternehmen dieser ebenfalls verschuldet ist.

Wie werden Kredite abgesichert?

Bonität

Personalkredite werden auf Basis des Basell-II-Ratings einer Firma gewährt – je besser die Beurteilung der Bonität, desto günstiger fallen die Kreditkonditionen aus. Eine Sicherung über Grundschulden, Hypotheken, Lebensversicherungen oder ähnliches erfolgt nicht. Allerdings können Bürgschaften von anderen Personen oder die Abtretung von Forderungen (so genannter Zessionskredit) die Bonität positiv beeinflussen.

Dingliche Sicherheiten

Bei Sachkrediten besteht die Bank auf eine Absicherung der Kreditsumme mit Vermögens- oder Sachwerten. Dies können zum Beispiel Hypotheken oder Grundschuldeintragungen auf Immobilien sein. (Realkredit). Es kommen aber auch bewegliche Sachen, wie zum Beispiel Wertpapiere, als Sicherheiten in Frage (Lombardkredit).

Unternehmer sollten sich beim Einsatz ihrer Immobilien oder Mobilien als Sicherheiten nicht verschätzen: In der Regel beträgt die Beleihungsgrenze nur bis zu 50 Prozent des Verkehrswerts einer Immobilie beziehungsweise maximal 60 Prozent des Beleihungswerts. Ein Firmengebäude mit einem aktuellen Verkehrswert von 1 Mio. Euro, kann also maximal einen Kredit bis 500.000 Euro absichern.

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