Diverses Kritik an Neuregelung des Autovertriebs in Europa

Der Verband der deutschen Automobilindustrie und die IG Metall haben EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti aufgefordert, die Neuregelung des europäischen Autovertriebs zu überdenken. Tausende der 47.000 deutschen Autobetriebe seien von der Reform bedroht.

Die IG Metall hat EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti bei der Neuregelung des Autovertriebs eine kompromisslose Haltung vorgeworfen. Tausende der 47.000 deutschen Autobetriebe und der 530.000 Arbeitsplätze in der Branche seien von der Reform bedroht, sagte der IG Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel am Montag in Frankfurt. Die IG Metall, der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) fordern in einem Brief den Präsidenten der EU-Kommission, Romano Prodi, auf, die Reform zu überdenken.

Nach den Plänen der EU-Kommission sollen Autohändler entweder ihre angestammten Vertriebsgebiete verlieren oder auch an Zwischenhändler wie Supermärkte oder Re-Importeure verkaufen können. Vor allem die Autokäufer in Hochpreisländern wie der Bundesrepublik oder Frankreich sollen von dem dann einsetzenden EU-weiten Preiswettbewerb profitieren. EU-Kommissar Monti will auch Vertrieb, Inspektion und Reparatur, die bislang beim Vertragshändler lagen, trennen. Zwickel sieht darin eine Gefahr für einen qualitativ hochwertigen Kundendienst und den Verbraucherschutz. Die Entscheidung der Kommission über die Neuregelung fällt am 17. Juli. Ende Juni hatte das Europaparlament zugestimmt.

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(dpa)

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