Diverses Kunden im Blick

Klaus Draeger, BMW-Ent­wick­­­lungschef, über den Fahrspaß mit alternativer Motortechnologie.

impulse: Alle reden über Klimawandel und CO2-Reduktion. Wie geht BMW dieses Problem an?

Draeger: Schon seit vielen Jahren beschäftigen wir uns konsequent mit der weiteren Verbrauchsreduzierung unserer Fahrzeuge. Die 2002 in der Entwicklung entschiedenen Produkte sind heute auf dem Markt. Damit sparen wir bis zu 20 Prozent an CO2-Ausstoß ein. Mittelfristig setzen wir auf die Hybrid-Technik (Kombiantrieb: Elektro- und Verbrennungsmotor, Anm. d. Red.).

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Hat der klassische Verbrennungs­motor mit seinem Schadstoffaus­stoß noch eine Chance?

Ganz bestimmt. Sowohl Otto- als auch Dieselmotor sind noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung. Basis unserer Antriebsstränge ist und bleibt der Verbrennungsmotor. Nur er erfüllt die vielfältigen Anforderungen an einen Antrieb in Bezug auf Dynamik, Komfort, Sicherheit, Langlebigkeit und Kosten.

Zum Schadstoffausstoß haben Sie nichts gesagt.

Mit der Verringerung aller Emissionen sind wir in den letzten Jahren gut vorangekommen. So haben wir bei allen bisher gesetzlich kontrollierten Emissionen wie Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff, Stickoxid und Partikel deutliche Verbesserungen erreicht. Einzig bei CO2 ist eine Reduzierung auf null nicht möglich, solange als Kraftstoff Benzin oder Diesel genutzt werden.

Gibt es einen Ausweg?

Die große Herausforderung ist die Effizienzsteigerung der Fahrzeuge, um die Emissionen zu verringern. BMW hat mit seinem Projekt Efficient Dynamics ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Effizienzsteigerung verwirklicht, die alle auf dem bestmöglichen Verbrennungsmotor aufbauen.

Zum Beispiel?

Wir haben sowohl mit der Einführung von High Precision Injection (extrem sparsame Kraftstoffeinspritzung, Anm. der Red.) bei Benzinmotoren als auch bei Dieselantrieben mit der neuesten Einspritztechnologie den Verbrauch spürbar reduziert. Mit Maßnahmen
wie Rückgewinnung von Bremsenergie, Leichtbau und optimierter Aerodynamik senken wir zudem bei allen Modellen die Verbrauchswerte noch weiter.

Wie sehen Ihre künftigen Lösungen aus?

Auf lange Sicht verfolgen wir die Vision einer nachhaltigen Mobilität basierend auf regenerativ erzeugtem Wasserstoff. Damit erreichen wir eine praktisch CO2-freie Mobilität. Um diese zu de­monstrieren, haben wir den BMW Hydrogen 7, die erste Wasserstoff­limou-sine im Premium-Segment, zur Serienreife entwickelt . Dieses Konzept basiert auf dem
Verbrennungsmotor sowie auf allen vorherigen Effizienzsteigerungen.

Muss sich der Käufer da nicht als Versuchskaninchen fühlen?

Nein. Uns ist immer wichtig, dass wir bei allen Fahrzeugentwicklungen den Kunden im Blick haben. Das heißt: Die Fahrzeuge müssen alltagstauglich sein.

Stichwort Freude am Fahren. Können alternative Antriebsarten diesen Anspruch erfüllen?

Wir untersuchen die verschiedenen alternativen Antriebsarten – mit beachtlichen Ergebnissen. So haben wir bei einem Wasserstoff-Versuchsmotor schon eine Leistung von 100 kW, also rund 136 PS, pro Liter Hubraum herausgeholt. Sie sehen, bei allen Entwicklungen achten wir auf Dynamik, Leistung, Langlebigkeit und Emissionsminderung. Damit bleibt die Freude am Fahren erhalten.

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