Diverses „Kündigungsschutz überbewertet“

Dieter Bruck­lacher ist seit Herbst 2004 Präsident des Verbands Deutscher Maschinen und Anla­­genbau, des­sen Mitglieder ­ins­gesamt 870.000 Mit­ar­­beiter beschäftigen.

impulse: Herr Brucklacher, brauchen wir ein schärferes Kündigungsrecht?

Brucklacher: Nein. Der Kündigungsschutz hat in der politischen Diskussion einen viel zu hohen Stellenwert. Für viele Betriebe wäre es zwar hilfreich, wenn wir überzogene Kündigungsregelungen lockerten. Und es hätte wohl auch eine Signalwirkung, dass die Regierung es ernst meint mit den angekündigten Wirtschaftsreformen. Doch dies reicht bei weitem nicht, die Arbeitgeber dafür zu gewinnen, in großer Zahl neue Arbeitsplätze zu schaffen.

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Lehnen Sie auch eine Erhöhung des Schwellenwerts ab?

Ja – denn er ist letztlich nicht zielführend. Ob der Kündigungsschutz bei zehn, 20 oder gar 50 Beschäftigten greift, hat wenig Einfluss darauf, ob es neue Jobs gibt.

Was muss stattdessen geschehen?

Bislang folgen wir einem falschen Denkansatz. Wir fragen uns: Wie kriegen wir die Leute raus aus dem Betrieb? Richtig indes wäre es zu fragen: Wie bringen wir die Menschen in Arbeit? Und da stoßen wir auf die größte Jobverhinderungshürde. Unternehmer, die heute einen neuen Mitarbeiter einstellen, gehen ein unkalkulierbares Risiko ein. Weil sie nicht wissen, welche Kosten auf sie zukommen, wenn sie für diesen Mitarbeiter keine Beschäftigung mehr haben. Deshalb brauchen wir klare Abfindungsregeln. Wird das Risiko Einstellung berechenbar, entstehen sofort tausende neue Arbeitsplätze.

Weitere Meldungen aus dem Ressort Macher + Märkte können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 7, nachlesen.

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