Diverses Kunst der Kontraste

Kasimir S. Malewitsch: Lubok, um 1914

Kasimir S. Malewitsch: Lubok, um 1914© Staatliches Museum für Theater und Musik, St. Petersburg

Die russische Kunst um 1900 ist farbenfroh und folkloristisch. Sie ist geprägt vom Spannungsverhältnis zwischen der Orientierung an der westeuropäischen Moderne und der Suche nach dem russischen Stil, den eigenen kulturellen Wurzeln. Die Mathildenhöhe in Darmstadt widmet dieser russischen Kunstepoche, die in jüngster Zeit von Sammlern und Liebhabern besonders beachtet wird, eine umfangreiche Ausstellung.

Die kulturhistorische Übersichtsschau „Russland 1900. Kunst und Kultur im Reich des letzten Zaren“ präsentiert eine Vielzahl von Meisterwerken aus den Bereichen Kunst und Kunsthandwerk, Architektur, Möbeldesign, Bühnenkunst, Film und Fotografie. Historische Filmsequenzen und Fotodokumente führen geradewegs in das Russland des letzten Zaren mit seinen politischen, wirtschaftlichen und dynastischen Spannungen. Vor dem Besucher entfaltet sich ein Panorama russischer Kunst und Kultur um 1900.

Die Exponate zeigen deutlich: Die russische Kunst an der Schwelle zum 20. Jahrhundert präsentiert sich nicht in einem einheitlichen Stil, sondern in sehr verschiedenen Facetten.
Symbolismus, nationaler Romantizismus und Neo-Primitivismus – die gezeigten Werke dokumentieren mit verschiedenen Stilexperimenten die schwierige Suche nach der nationalen Identität. Keiner verkörpert die Gegensätzlichkeit der russischen Kunst, das Miteinander von westlichen und folkloristischen Einflüssen so wie der frühe Kandinsky mit seiner leuchtenden Temperamalerei, dessen Arbeiten in der Mathildenhöhe prominent vertreten sind.

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Ein weiterer Höhepunkt der Schau ist das Phänomen des Jugendstils in Russland. Bislang sind Malerei, Grafik, Architektur, Kunsthandwerk und Design dieser Stilrichtung noch nie in diesem Umfang gezeigt worden. Die gezeigten Kunstwerke stammen aus den bedeutendsten Museen Russlands und Westeuropas.

Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am 11. Oktober um 18.30 Uhr eröffnet. Der reguläre Ausstellungsbeginn ist am 12. Oktober. Die Eintrittskarten kosten 8 Euro. Das historische Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe, übrigens nur unweit der von Zar Nikolaus II. erbauten und 1898 eingeweihten russischen Kapelle gelegen, hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Donnerstag auch bis 21 Uhr. Mehr Informationen unter www.mathildenhoehe.info.

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