Diverses Landesbanken abschaffen

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld© Florian Schwinge

Sie gefährden das Finanzsystem, ihnen fehlt ein klares Geschäftsmodell, sie sind schlichtweg überflüssig - das jüngste Fazit der Wirtschaftsweisen über die sieben deutschen Landesbanken fällt verheerend aus. Aber es ist richtig, sagt impulse-Redakteur Holger Externbrink. Sein Kommentar zeigt, warum die Landesbanken niemand braucht - schon gar nicht der Mittelstand.

Endlich spricht jemand die Wahrheit aus: Die Landesbanken in Deutschland sind überflüssig, erklärt der Rat der Wirtschaftssachverständigen. Er empfiehlt dem Bund, die Landesbanken zu privatisieren. Die Spitzeninstitute der Sparkassen seien ein zentraler Schwachpunkt des deutschen Finanzsystems. Mehr noch: Ihr Geschäftsmodell sei obsolet geworden.

Das ist wahr. Nicht nur, dass sie deutlich stärker als andere Institute von der Finanzkrise betroffen sind. Ihr Geschäftsmodell ist wenig tragfähig. Sie sind kaum rentabel. Ihre Rolle als Spitzeninstitut der Sparkassen füllen sie schon lange nicht mehr aus. Vor allem große Sparkassen, wie die Kölner oder Hamburger, benötigen die Landesbanken weder bei Produktvorschlägen noch als Know How-Lieferant. Sie produzieren lieber selbst. Und dies meist schneller und besser.

Anzeige

Auch als Finanzier und Berater größerer Mittelständler werden die Landesbanken nicht gebraucht. Dieses Geschäft können die Großsparkassen ebenfalls deutlich besser führen. Zumal sie häufig sogar die besseren Konditionen bieten. Als großes Plus für die Landesbanken wird immer wieder angeführt, dass sie über große Auslandserfahrungen verfügen. Aber auch damit scheint es nicht weit her zu sein. Denn die Sparkassen haben längst ihr eigenes Netzwerk für Auslandsgeschäfte – das Country Desk – gegründet.

Was tun also mit den Landesbanken? Die Wirtschaftsweisen raten, ein oder zwei Spitzeninstitute zu erhalten und alle übrigen zu privatisieren. Fraglich, ob das gelingt. Denn mit der Deka Bank gibt es schon ein Spitzeninstitut. Und, ob sich Käufer für die angeschlagenen Institute finden, ist auch unwahrscheinlich.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...