Diverses „Lange Liste von Kardinalfehlern“

Unternehmensberater Otto Obermaier von Spencer Stuart über seine neue Studie zu Problemen familienfremder Manager.

impulse: Herr Obermaier, warum gibt es so oft Streit, wenn Familienunternehmen Manager von außen an die Spitze holen?

Obermaier: Weil beide Seiten die Komplexität der Lage unterschätzen, es ist
ja nicht nur ein Rekrutierungsproblem. Das gilt vor allem bei der direkten Nachfolge des Unternehmensinhabers.

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Welche Rolle spielt der bisherige Firmenchef?

Eine enorm wichtige, denn er ist Wegbereiter für Erfolg oder Misserfolg der Führungsnachfolge. Von ihm wird die Bereitschaft zur Ablösung gleichermaßen erwartet wie die Fähigkeit, bei Gesellschaftern, Aufsichtsgremien, Führungskräften und Mitarbeitern für den Erfolg des Fremd-CEO einzutreten.

Fällt großen Familienunternehmen der Übergang leichter?

Bei größeren Firmen finden sich häufig bessere Corporate-Governance-Struk­turen, insbesondere kompetent und mehrheitlich extern besetzte Aufsichtsgremien, die auf professionelle Führungslösungen drängen.

Sind Manager aus dem Unternehmen die besseren Kandidaten?

Die meisten Firmen, das hat unsere ­Studie gezeigt, bevorzugen tatsächlich eine interne Lösung, weil diese Manager die Unternehmenskultur kennen. Allerdings sollte man sich der Qualitäten des internen Kandidaten sehr sicher sein, wenn dafür auf die große Chance verzichtet wird, die ideale Person aus der Gesamtheit des Marktes zu wählen.

Wie sieht der ideale Fremd-CEO für Familienunternehmen aus?

Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Er sollte sein eigenes Ego beherrschen. Und das Verständnis für die Eigentümerrolle ist ein ganz zentrales Thema.

Auf welche Verhaltensweisen
reagieren die Firmen allergisch?

Die Liste der Kardinalfehler ist relativ lang. An vorderer Stelle sind hier zu nennen der unsensible Umgang mit Konfliktthemen wie etwa Strategiewechsel, Personalabbau oder Fremd­beteiligung. Sehr kritisch sind auch mangelnde Kommunikation mit den Gesellschaftern und erst recht Verstöße gegen die Wertordnung der Familie.

Weitere Artikel aus dem Ressort Management können Sie in der impulse-Ausgabe 02/2007, Seite XX, nachlesen.

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