Diverses „Länger arbeiten ohne Jobgarantie“

Drei Fragen an Dieter Brucklacher, 65, seit Oktober 2004 Präsident des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA).

impulse: Wie lange müssen wir
arbeiten, damit nicht noch mehr Jobs
ins Ausland abwandern?

Brucklacher: 40 Stunden pro Woche ohne
Lohnausgleich müssen das Ziel sein. Das
muss zwar jeder Betrieb für sich entscheiden.
Aber eine Arbeitszeit von 40 statt 35 Stunden
pro Woche senkt die Lohnstückkosten um 14
Prozent und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit
der Betriebe nachhaltig. Die Produktionskosten
würden so entscheidend zurückgehen,
denn unsere Branche hat im Schnitt einen
Personalkostenanteil von bis zu 40 Prozent.

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Reichen 40 Stunden überhaupt aus?

In einigen Branchen sicher nicht. Vor allem
bei Auft ragsspitzen muss mehr gearbeitet
werden dürfen – bis zur gesetzlichen Grenze
von 48 Stunden.

Spielen die Gewerkschaften da mit?

Teilweise ja. In unserem Unternehmen ist das
ganz gut gelungen. Wir haben bereits 1997
vor Ort vereinbart, dass in der Spitze bis zu 40
Stunden pro Woche gearbeitet werden kann.
Dafür haben wir Job- und Einkommensgarantien
abgegeben und bilden unsere Mitarbeiter
außerhalb der regulären Arbeitszeit
fort.

Das aber können viele kleine und mittlere
Unternehmen nicht, auch weil dies sehr
bürokratisch ist. Deswegen werden viele Firmen
die Arbeitszeit erhöhen müssen, ohne
Jobgarantien abgeben zu können. Da müssen
die Gewerkschaft en noch mitziehen.

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