Diverses Länger arbeiten zum Spartarif

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wollen ungezählte Mittelständler flexibler arbeiten. Da sie sich aber von ihren Arbeitgeberverbänden oft im Stich gelassen fühlen, greifen die Firmenchefs zur Selbsthilfe.

Kulturschock bei Deutschlands
Multis: Wegen flauer
Konjunktur, globaler Konkurrenz
und/oder Missmanagement müssen
die Personalkosten runter. So bestellt
man die Gewerkschaft ein, droht mit
Produkt ionsverlagerung nach Osteuropa.
Und schlägt satte Nachschläge
raus, insbesondere durch längere
Arbeitszeiten.

Seit Konzerne wie Siemens, Karstadt
oder VW die Tarifverträge fast
nach Belieben knacken, greift auch
der Mittelstand verstärkt zur Selbsthilfe.
Die aus den 90er Jahren geläufi –
gen „Bündnisse für Arbeit auf Betriebsebene“ stehen wieder hoch im Kurs. Mal auf Basis tariflicher Öffnungsklauseln, mal per Vertragsänderung, häufig am geltenden Recht
vorbei. Motto: Wo kein Kläger, da
kein Richter.

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Die wichtigsten Stichworte: flexiblere
Arbeitszeiten, mehr Arbeit
fürs selbe Geld, Langzeitkonten statt
Überstundenzuschläge, Abstriche bei
Urlaub und Weihnachtsgeld. „Ich
kenne kaum ein Unternehmen, das
sich noch an den Tarif hält“, sagt Arnd
Kirchhoff, der in seinen Werken flexibel
zwischen 30 und 42,5 Stunden
arbeiten lässt, dies allerdings auf Basis
der aktuellen Tarifverträge.

Dieses freimütige Bekenntnis lässt
aufhorchen. Denn Kirchhoff ist nicht
nur Vorstandschef des Autozulieferers
Kirchhoff Automotive in Attendorn.
Er sitzt auch dem Mittelstandsausschuss
im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor. Tatsächlich ist zwar laut aktueller Studie des Forschungsinstituts IAB der Bundesagentur für Arbeit die Mehrzahl
der Unternehmen noch tarifgebunden.
2003 waren es in Westdeutschland
69, in Ostdeutschland 58 Prozent.
Doch immer mehr Unternehmen
entledigen sich der Zwänge
durch Verbandsaustritt, schließen
mit ihrer Belegschaft eigene Vereinbarungen
ab.

„Die Firmen tun alles, um flexibler zu werden“, bekräftigt Dirk Opitz, Rechtsexperte beim Verband der deutschen Maschinen- und
Anlagenbauer (VDMA). Für mittelständische Unternehmen, die der Gewerkschaft keinen billigen Firmentarifvertrag abtrotzen können,
ist dies bisweilen allerdings nicht ganz
einfach. In der Praxis sind vor allem
zwei juristische Fallen zu beachten.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 03/2005, Seite 60, nachlesen.

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