Diverses Laptops finanzieren? Klar! Aber wie?

Auf den ersten Blick sollte Leasing der Königsweg sein, auf dem Unternehmen günstig an einen Schwung neuer Laptops kommen. Doch halt: Da der Nutzen vor allem auf dem Steuervorteil beruht, hängt er auch am Betriebsergebnis. In Krisenzeiten ist es oft weniger berauschend, sodass der Leasing-Vorteil dahinschmilzt. Also geht die Rechnerei aufs Neue los.

Laptops sind in den Unternehmen zu wichtigen, beweglichen Einsatzgeräten geworden. Der Trend zu mehr Mobilität der Mitarbeiter treibt den Bedarf an solchen Geräten. Damit steigen für die Unternehmen aber auch die Investitionen in solche Geräte. Was also tun: kaufen oder leasen?

Für die Verfechter des Leasings steht außer Frage: Es sind viele Vorteile, die für diese Finanzierungsform sprechen. Die Raten sind voll von der Steuer abzugsfähig. Das Unternehmen braucht kein Kapital vorzustrecken. Liquidität und Kreditlinie werden geschont, zumal Leasing nicht in der Bilanz auftaucht. Monat für Monat kann das Unternehmen mit fixen, gut kalkulierbaren Ratenzahlungen rechnen. All-in-one-Leasing-Angebote für Laptops, mit denen in die Ratenzahlungen weitere Software, Services, sogar Schulungen, einbezogen werden können, scheinen außerdem für diese Finanzierungsform auf Raten zu sprechen.

Anzeige

„Unter dem Strich ist die Entscheidung, die Laptops zu leasen oder zu kaufen, ein reines Rechenexempel“, sagt Mathias Hein, freier IT-Berater in Neuburg an der Donau. So ließen sich auch die Leasing-Geber in Abhängigkeit von der Bonität des Unternehmens mögliche Zahlungsausfälle durch Risikoaufschläge honorieren. Für den kompletten Kaufpreis, den der Anbieter der Laptops schon beim Start des Vertrags erhält, erwartet der Leasing-Geber außerdem über die gesamte Laufzeit eine lukrative Rendite. Sie ist als Darlehenszins in die Ratenzahlungen eingearbeitet. Hein sensibilisiert: „Unter widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fällt der Gewinn vor Steuern der Unternehmen meist geringer als in guten Zeiten aus.“ Das minimiere über die Vertragsdauer den Steuerspareffekt.

Rabatte sind immer drin

Obwohl jedes Unternehmen seinen Steuervorteil durch Laptop-Leasing also selbst abschätzen muss, ist ein Kostenvergleich zwischen „Leasing“ und „Kauf“ dennoch möglich. www.Rentalaptop.de offeriert den Toshiba Tecra A3X für eine Monatsrate von 55 Euro brutto bei einer Laufzeit von 30 Monaten, summa summarum 1650 Euro. Das gleiche Neugerät für einen professionellen Einsatz ist im Kauf schon ab 1300 Euro zu haben. Die Differenz kann zu Lasten des Leasing-Nehmers noch höher ausfallen. Nämlich dann, wenn der Leasing-Geber wegen unzureichender Bonität dem Unternehmen einen Risikoaufschlag auferlegt. Rentalaptop bietet den Toshiba Tecra A3X auch als All-in-One-System an, Dokumentenmanagement-Software und Schulung inklusive. Allerdings zahlt der Leasing-Nehmer in diesem Fall über 30 Monate eine doppelt so hohe Rate.

Mit sich handeln lassen derzeit beide Fraktionen, vor allem dann, wenn es um größere Laptop-Bezugsmengen geht. Wichtig für eine konkrete Kostengegenüberstellung von Leasing und Kauf ist auch, wie lange das Unternehmen die Laptops nutzen will. Least es die Geräte für 30 Monate, obwohl es sie beispielsweise vier Jahre einsetzen will, steht es vor erheblichen Zusatzkosten. Das kann dem Unternehmen beim Kauf der Geräte nicht passieren. Die Entsorgung nach ihrem Lebensende ist als Entscheidungskriterium für Leasing jedenfalls kein Argument mehr. Unternehmen können mittlerweile auch ihre gekauften Geräte in den meisten Kommunen kostenfrei abgeben.

Der dritte Weg

Bleibt den Unternehmen eine dritte Alternative, Laptops zu beschaffen und zu finanzieren: als so genannte User-Owned Devices (UODs). Der Mitarbeiter kauft den Laptop. Er ist für seine generelle Betriebsbereitschaft sowie den Privat-Software-Bereich darauf verantwortlich. Die Verantwortung für die geschäftliche Software auf dem Laptop verbleibt beim Unternehmen. Für den Kauf seines Laptops erhält der Mitarbeiter einen Zuschuss. „Der sollte für die Mitarbeiter, ob als Sofort-Zuschuss oder in Form von Raten, lukrativ ausfallen“, sagt Anette Rohrbach, verantwortlich für das Portfolio- Management Desktop & DataCenter bei Siemens IT Solutions and Services. „Dann trägt das neue Finanzierungsmodell schnell für beide Seiten Früchte.“ Für das Unternehmen bedeute UOD, das außer für Laptops für PCs, Netbooks und Smartphones herangezogen werden könne, gegenüber Kauf und Leasing hohe Einsparungen, wie Rohrbach sagt. Die Finanzierungsalternative „UOD“ ist aus der Situation heraus entstanden, dass Mitarbeiter die Geräte auch privat nutzen und sich im Berufsalltag Geschäfts- und Privatbereich immer mehr überschneiden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...