Diverses Laufend zum Erfolg

Was auf seinem Grabstein stehen soll, das weiß der japanische Kultautor Haruki Murakami schon heute genau: "Haruki Murakami, Schriftsteller (und Läufer)" soll dort zu lesen sein. Und: "Wenigstens ist er nie gegangen". Für Murakami sind schreiben und laufen nämlich nicht nur die bestimmenden Leidenschaften seines Lebens. Für ihn hängen sie auch untrennbar zusammen. Warum? Das erzählt er in seinem neuen Buch "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede".

Für Haruki Murakami bedeutet das Laufen ein zweites Leben, in dem er sich Kraft, Inspiration, vor allem aber die Zähigkeit zum Schreiben holt. Sogar der Einfall und Entschluss, Romanautor zu werden, kam ihm beim Sport. Und das viele Sitzen am Schreibtisch wiederum gleicht er mit dem Laufen aus. Sein bisher persönlichstes Buch kommentiert er selbst wie folgt: „Aufrichtig über das Laufen und aufrichtig über mich zu schreiben, ist nahezu das Gleiche.“

Auf 160 Seiten erzählt Murakami eindringlich und komisch zugleich von seinen Frustrationen, vom Kampf gegen das stets lauernde Versagen und wie er es überwindet. Denn für ihn, den eigentlich Wortgewaltigen, bleibt das Laufen ein großes, wortloses Glück. Nach langsamen ersten Schritten hat sich Murakami in den vergangenen dreißig Jahren professionalisiert: Längst sind zu den jährlichen Marathons auch Triathlonwettbewerbe und Ultralangläufe von 100 Kilometern hinzugekommen.

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Der Schriftsteller Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto geboren. Er lebte über längere Zeit in den USA und in Europa. 1995 kehrte er nach Japan zurück. Heute ist er ein mit höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichneter Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Stil: Kurze Sätze, kaum Adjektive, Innenansichten aus der Perspektive seiner meist männlichen Helden.

Er selbst äußerte sich in einem Interview zu seinem Stil: „Ich hasste die japanische Literatur, also borgte ich mir amerikanische Erzählstrukturen, von Raymond Chandler und Kurt Vonnegut… Aber ich habe nicht ein Stückchen meiner japanischen Identität dabei verloren.“ Der international gelobte Autor hat natürlich auch Kritiker, vor allem in Japan selbst, wo ihn konservative Feuilletons und Schriftstellerkollegen als „batakusai“ – „nach Butter stinkenden Wessi“ beschimpfen. In Deutschland erreicht der Autor eine Gesamtauflage von mehr als zwei Millionen Exemplaren.

Das Buch „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“, erscheint am 25. Februar 2008 im Dumont Literatur und Kunst Verlag. Bis dahin haben Sie also noch ein wenig Zeit, sich warmzulaufen. Mehr Informationen unter
www.dumontliteraturundkunst.de

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