Diverses Lehren aus Witten/Herdecke

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer© Florian Schwinge

Zwischen der Universität Witten-Herdecke und dem Familienunternehmen Droege ist es endgültig aus - seit gestern steht die private Hochschule ohne Hauptsponsor da. Schade - denn damit ist ein Projekt geplatzt, das die Hochschullandschaft ein gutes Stück nach vorne hätte bringen können, sagt impulse-Redakteur Reinhard Klimasch.

Familienunternehmer als Sponsoren von Hochschulen – kann des überhaupt gut gehen? Droht hier nicht stets die Gefahr, dass entscheidungsfreudige und meinungsstarke Firmenchefs den Wissenschaftlern sagen wollen, wo es lang zu gehen hat? Über die wenigen Modelle, die es hierzulande gibt, läßt sich sagen: Einige belegen diese These. andere nicht. Zu den letzteren gehört zum Beispiel die Quandt-Stiftung, die das Mäzenatentum frei hält von persönlichem bildungspolitischem Engagement.

Trotz dieses uneinheitlichen Bildes täte es Deutschland gut, wenn mehr leistungsstarke Familienunternehmer die Rolle des Hochschulsponsoren übernähmen. Denn sie haben etwas zu bieten, was auf lange Sicht vielleicht mehr zählt als millionenschweres Mäzenatentum: Keiner wäre besser geeignet, den Führungsspitzen der Universitäten unternehmerischen Impetus einzuimpfen. Dies wäre der erste und entscheidende Schritt zu mehr finanzieller Unabhängigkeit und einem für uns alle nützlichen Wettbewerb der Hochschulen. Damit Forschung und Lehre wieder weltweites Top-Niveau erreichen. Kaum etwas braucht die deutsche Bildungslandschaft mehr als dies. Und niemand anders als die Unternehmer können das leisten, der Staat jedenfalls am allerwenigsten.

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