Diverses Leiharbeit: SPD scheitert am eigenen Anspruch

© Sonja Beyland

Wenn es ums Geld geht, zählt keine Moral. Bestes Beispiel sind Deutschlands Sozialdemokraten, sagt impulse-Redakteurin Heike Foerster. Denn das Lohndumping, das sie anprangern, betreiben Beck und seine Genossen selbst.

Öffentlich verurteilt die SPD die Ausbreitung von Niedriglöhnen und Zeitarbeit. Die Partei will möglichst flächendeckend Mindestlöhne vorschreiben, um dem Lohndumping Einhalt zu gebieten. In den Bundesministerien selbst aber ist die Zahl der Leiharbeiter zwischen 2001 und 2007 von 31 auf 247 gestiegen – das sind 800 Prozent mehr. Und die Leiharbeiter der Bundesregierung werden nicht etwa für außergewöhnliche Projekte oder lediglich kurze Überbrückungszeiten eingesetzt. Die 247 externen Kräfte arbeiten in Sekretariaten und Telefonzentralen, sie werden für Boten- und Pförtnerdienste oder in der Liegenschaftsverwaltung beschäftigt. Im Gegensatz zu vielen kleinen und mittleren Unternehmen geht es dort also nicht darum, möglichst schnell auf Aufträge reagieren zu können.

Bei der Diskussion um gerechte Löhne beweisen die Sozialdemokraten eine Doppelmoral, die unerträglich ist: Tag für Tag schreit man nach gerechter Bezahlung und stellt die Zeitarbeitsbranche als Hauptübeltäter an den Pranger. Als Arbeit- und Auftragsgeber dagegen nutzen offenbar auch die Sozialdemokraten die Vorzüge der Leiharbeit. So streng nehmen die Genossen es dann wohl doch nicht mit der Moral.

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