Diverses Leise rieselt der Schmäh

Klingeln Ihnen auch schon die Ohren? Bis Weihnachten ist noch reichlich Zeit, doch schon dudelt allerorten wieder Whams "Last Christmas" - und das nun im 25. Jahr. Zum Jubiläum: Alles über den beliebten Jahresendschlager.

Auch wenn die auftoupierten Darsteller im „Last Christmas“-Video eifrig den Weihnachtsbaum schmücken: Ursprünglich sollten sie mal Eier suchend über Almwiesen hoppeln. Eigentlich sollte das Lied unter dem Titel „Last Easter“ zu Ostern 1985 veröffentlicht werden. Auf Drängen seiner Plattenfirma trimmte George Michael den Song weihnachtsgeschäftstauglich zurecht. Keine besondere Schwierigkeit: Das besungene Herzesleid lässt sich nach Belieben im Jahreslauf verankern – wobei der Gedanke der Hingabe und Passion zu Ostern noch ein bisschen besser gepasst hätte.

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Alle Jahre wieder

Der Chalet im Schnee

Wo der Reibach rauscht

„Last Christmal“ 399 mal

Tiefenpsychologie

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Zum ersten Mal wurde „Last Christmas“ am 15. Dezember 1984 veröffentlicht. Seit Jahren legt die deutsche Niederlassung der Plattenfirma Sony die Single zum Fest immer wieder neu auf und verkauft dabei noch immer genug. Seit 1997 landet die Single jedes Jahr aufs Neue in den Charts. Dabei schaffte sie es 1984 nicht einmal an die Spitze der Hitparade, obwohl über eine Million Singles verkauft wurden. Noch beliebter war damals „Do They Know It’s Christmas“ von Band Aid.

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Der Chalet im Schnee

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„Last Christmal“ 399 mal

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Wer gern mal im Original-Last-Christmas-Chalet aus dem Musikvideo Weihnachten feiern will, muss dazu in das Schweizer Dorf Saas-Fee reisen – zu identifizieren ist der Ort durch die Beschriftung der Seilbahn, die im Filmchen die vergnügte Bagage in ihr entlegenes Domizil karrt. Der Schweizer Reto Widmer hat seine Reise zu dieser popkulturell bedeutsamen Hütte auf seiner Internetseite dokumentiert: „Der Zaun, über den Wham und ihre Begleitung im kindischen Schneeballschlachtspiel springen, scheint noch im Original erhalten“, schreibt er, ist aber enttäuscht, dass rund um das ehemals so einsame Chalet inzwischen weitere Hütten errichtet wurden. Immerhin hat er auch den Ort aufgespürt, an dem die Innenaufnahmen des Videos gedreht wurden: das heutige Kulturzentrum Steinmatte. „Das Haus gehörte einer Baronin, die in den 70er-Jahren dort lebte“, so Widmers Ermittlungen: „Zusammen mit Dutzenden Tieren, Hunden und Katzen. Legendär war die Dame wegen ihrer Dackel.“ Vor dem Haus seien auch noch diverse Dackelgräber erhalten: „Davon haben Wham beim Dreh wohl nichts mitbekommen.“

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Der Wintersportort Saas-Fee bietet ein Urlaubspaket mit „Rundgang auf den Spuren von ‚Last Christmas‘ mit rustikalem Nachtessen“. Außerdem dabei: eine „tibetanische Honigmassage“ – vermutlich als kleine Reminiszenz an die klebrige Süße des Liedes.

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Wer das Originallied nicht mehr hören kann, findet auf der Seite www.last-christmas.com massig Coverversionen des Schmalzklassikers: 399 Interpretationen haben die Macher bereits gesammelt, darunter bizarre Darbietungen von Bands und Künstlern wie „Amen am Arsch“, Coldplay, Romina Power, Pete Doherty und den Schlümpfen.

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Warum dieses Lied trotz simpelstem Dauergeklingele und nervigem Leierrefrain so penetrant erfolgreich ist? Diverse Interpretationen heben seine inhärente Zeitlosigkeit hervor: Der Sänger weise schließlich wiederholt darauf hin, dass ihm sein Herz „letzte Weihnachten“ gebrochen wurde. Diese vage Angabe gilt für alle Zeit. Der fortgesetzten Dudelei in den nächsten 25 oder 125 Jahren steht also nichts im Wege.

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