Diverses Leistungssportler mit Handicap

Das HTC Desire HD hat das Zeug, zum aktuellen Spitzenreiter der Liste der iPhone-Killer aufzusteigen. Zumindest, wenn sich der Hersteller dabei nicht selbst im Weg steht und einige Schwachstellen zügig nachbessert. Die Leistung und die Verarbeitung sind dagegen schon jetzt beeindruckend.

Das Gehäuse besteht aus einem Aluminiumblock und liegt fest in der Hand – schon allein dadurch macht das Gerät einen stabilen und wertigen Eindruck. Auf der Rückseite befindet sich die Kamera sowie ein LED-Blitz, die Vorderseite nimmt der Touchscreen fast komplett ein. Nur die vier Android-Standardfunktionen Home, Menü, Zurück und Suchen befinden sich unter der Anzeige.

Mächtig im Netz, mäßig in der Fotografie

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Sein aktuelles Flagschiff hat HTC zu einem wahren Boliden ausgebaut: Der Touchscreen reagiert ohne spürbare Verzögerungen auf Eingaben, Programme sowie Videos starten innerhalb weniger Sekunden und der Browser verkleinert, vergrößert und verschiebt Bildausschnitte von Webseiten flüssig. Auf die Spitze getrieben haben es die Entwickler bei einem Neustart des Geräts. Nach nicht einmal vier Sekunden erscheint die Abfrage der SIM-Kartennummer, und wenige Sekunden nach der Eingabe ist das Desire HD betriebsbereit. So ist man nach einer Landung schon wieder erreichbar, noch bevor man den Flieger überhaupt verlassen hat.

Sollte das Desire HD dann vibrieren, könnte es nicht nur an neuen SMS-Nachrichten oder Emails liegen. Auch auf Facebook-Meldungen reagiert das Gerät mit einem einstellbaren Hinweis. Überhaupt ist das Gerät eng mit sozialen Netzwerken verbunden. Facebook-Nutzer können ihre Freundesliste bequem in das Adressbuch importieren. Alle Angaben stehen danach auch ohne Onlineverbindung bereit. Kontakte, die bereits auf dem Telefon gespeichert sind, lassen sich zu einem Gesamtbild verknüpfen. So steht etwa die Emailadresse aus dem sozialen Netzwerk zusammen mit der Handynummer aus dem Telefonspeicher. Auf Wunsch aktualisiert das HTC Desire HD in regelmäßigen Abständen die Angaben aus Onlinequellen wie Twitter oder Facebook automatisch, einschließlich der Statuseinträge und Kontaktbilder. Muss man erwähnen, dass auch Facebook-Termine wie selbstverständlich im Smartphone-Kalender auftauchen?

Fotos lassen direkt zum eigenen Facebook-Profil senden. Die 8-Megapixel-Kamera zählt allerdings zu den Schwachpunkten des HTC Desire HD. Im unserem Test fiel in den Aufnahmen schon bei durchschnittlichen Lichtverhältnissen ein deutliches Rauschen auf. Auch das helle Doppel-LED-Blitzlicht bringt kaum eine Verbesserung.

Finden, sperren, weiterleiten – klingt gut, geht nicht

Innerhalb der Desire-Reihe besitzt das HD mit einer Diagonalen von 4.3 Zoll (rund 11cm) die größte Anzeigefläche, auch wenn man an der Auflösung von 800 x 480 Pixeln festgehalten hat. Das üppige Format lädt ein, das Smartphone auch zum Anschauen von Filmen zu nutzen. Bequem ist das auf die Dauer allerdings nicht, denn eine Halterung hat der Hersteller nicht vorgesehen. Dass HTC grundsätzlich dazu in der Lage ist, haben sie mit dem HTC Evo bewiesen – das allerdings nur für den amerikanischen Markt bestimmt ist.

Die neue Version der auf dem Betriebssystem Android aufgesetzten Benutzeroberfläche Sense ermöglicht einen Zugang zu htcsense.com. Unter dieser Adresse bietet HTC mehrere Onlinedienste an. Wurde das Gerät verlegt? Ein Klick im Browserfenster reicht, und das Desire HD klingelt in voller Lautstärke. Findet man das Gerät dennoch nicht wieder, zeigt der Telefonfinder die aktuelle Lage auf einer Karte an. Mit ein paar Klicks lässt sich das Gerät auch gegen fremde Benutzer sperren. Und verliert man das Gerät unwiederbringlich, können alle Daten ferngesteuert gelöscht werden. Kontakte lassen sich via Web-Interface verwalten, ebenso SMS-Nachrichten. Selbst Umleitungen für Anrufe und Nachrichten sollen kein Problem sein. Überprüfen konnten wir das alles nicht: Während unserer gesamten Testphase versagten – bis auf einen – alle diese Dienste. Nur zum Klingeln ließ sich das Desire HD überreden.

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