Diverses Liebermann-Auktion

Max Liebermann gilt als entscheidender Wegbereiter der Moderne. Am 22. September 2005 werden einige seiner frühen Werke versteigert. Die zur Auktion stehende Privatsammlung von Hans-Georg Karg umfasst 35 Gemälde aus den Jahren 1874 bis 1915. Darüber hinaus werden Pastelle, Handzeichnungen, ein Skizzenbuch, Radierungen, Lithographien und Briefe von Max Liebermann angeboten.

Die Schätzpreise der in der Sammlung enthaltenen Objekte haben einen Gesamtwert von etwa 5,5 Millionen Euro. Es wird jedoch ein weitaus höheres Ergebnis erwartet. Diese Sammlung ist wegen ihres großen Umfangs und der musealen Qualität der Kunstwerke einzigartig und erregt schon im Vorfeld viel Aufsehen. Vor allem die Tatsache, dass alle Objekte der Sammlung in einer einzigen Auktion versteigert werden, ist selten und macht diese Auktion so bedeutend.

Diese außerordentliche Sammlung gehörte Hans-Georg Karg (2003 verstorben), dem früheren Geschäftsführer und Gesellschafter der Hertie-Waren- und Kaufhaus GmbH und seiner Ehefrau Adelheid. Das Ehepaar hatte 1989 eine gemeinnützige Stiftung für Hochbegabtenförderung gegründet. Karg setzte die Stiftung als Erbin seines Vermögens ein. Alle Objekte sollen veräußert werden. Sämtliche Erlöse der Versteigerung kommen der Stiftung zu Gute.

Anzeige

Die Liebermann-Sammlung von Hans-Georg Karg umfasst 35 Gemälde hoher Qualität, aus den Jahren 1874 bis 1915. Die meisten der zu versteigernden Bilder sind aus der Frühzeit des Künstlers, in der er sich vor allem mit dem Leben der einfachen Menschen beschäftigte und diese als Motive für seine Bilder heranzog.

So entstand zum Beispiel 1874 das Gemälde „Bauernhof in Barbizon“ (Taxe 95.000 Euro), 1885 die „Stille Arbeit“, (Taxe 180.000 Euro) oder 1894 das Gemälde „Wirtshaus in Overveen“ (Taxe 650.000 Euro). Auch von Kindern war Max Liebermann immer fasziniert und so malte er 1890 das Bild „Junge mit Ziegen“ (Taxe 290.000 Euro) und 1898 den „Schulgang in Laren“ (Taxe 180.000 Euro). Des weiteren werden unter anderem Gemälde wie „Wäschetrocknen-Bleiche“ von 1890 (Taxe 225.000 Euro) und das 1913 gemalte Werk „Jäger in den Dünen“ (Taxe 120.000 Euro) unter den Hammer gebracht. Später bot dem Künstler vor allem sein Garten in Wannsee viele Motive, so zum Beispiel das Gemälde „Blick auf die Blumenterrasse nach Südwesten“, wohl 1926 gemalt (Taxe 180.000 Euro).

Neben den Gemälden der großen Sammlung werden bei Hampel Kunstauktionen in München auch Pastelle, Handzeichnungen, ein Skizzenbuch, Radierungen, Lithographien und Briefe von Max Liebermann versteigert. Wegen der sehr hohen Qualität der Pastelle werden Arbeiten wie zum Beispiel „Die spinnende Kuhhirtin“ von 1899 (Taxe 350.000 Euro) oder das Pastell mit dem Thema „Kinderspielplatz im Tiergarten“ von 1897/99 (Taxe 280.000 Euro) zahlreiche Museen als Kaufinteressenten anziehen.

Die Katalogpreise der Handzeichnungen Max Liebermanns bewegen sich zwischen 7.000 und 22.000 Euro. Radierungen und Lithographien, jeweils handsigniert, liegen zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Das große Angebot an Zeichnungen wird von einem seltenen Skizzenbuch Max Liebermanns abgerundet (8.500 Euro).

  • Impulse
  • Copyright: Impulse
  • Hinterlassen Sie einen Kommentar

    (Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

    Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...