Diverses Linienbusse machen Bahn Konkurrenz

Es ändert sich was auf den Autobahnen. Überlandbusse sollen der Bahn Konkurrenz machen dürfen. So der Plan der neuen Regierung.

Die schwarz-gelbe Koalition will, dass Überlandbusse den Verkehr in Deutschland aufnehmen. Bisher ging das nur, wenn die Bahn zugestimmt hatte. Was sie so gut wie nie tat. Die Folge: Nur die Strecke Hamburg – Berlin wurde regelmäßig bedient.

Grund: Als Deutschland noch geteilt war, fuhren nur wenige Bahnen, es bestand großer Bedarf an Busverkehr. Heute noch fährt die Firma Autokraft alle zwei Stunden auf der Strecke Hamburg Berlin, am Wochenende öfter. Nur: Sie ist eine Tochter der Deutschen Bahn. Nur ein Prozent ist im Besitz von Privatleuten und dem Land Schleswig-Holstein, 99 Prozent gehören der Bahn. Die Firma ist 64 Jahre alt, war früher ein reiner Privatbetrieb, nach und nach übernahm die Bundesbahn.

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Hamburg – Berlin für 20 Euro

Autokraft bediente mit 300 eigenen Bussen und 300 von Privatunternehmern den Busverkehr Schleswig-Holsteins und hat in Hamburg fünf Busse für die Strecke nach Berlin im Einsatz. Diese Fahrten unterbieten das Angebot der Schienenmutter deutlich. Tickets für hin und zurück gibt es ab 20 Euro.

Die Ex-Bahn-Tochter Touring hatte mit ihrer früheren Mutter vor Gericht gestritten und gewonnen. Sie darf nun die Strecke Hamburg – Mannheim für 9 Euro anbieten.

Kleine Busunternehmen verdrängen Bahntochter

Die Bahn-Tochter Autokraft hat derzeit Kapazitäten frei. Der Linienbusverkehr in Schleswig-Holstein war ausgeschrieben worden. Auf vielen Strecken kommen dort immer häufiger kleine Busunternehmen zum Zug, Autokraft hat plötzlich unbenutzte Busse. Das bestätigte am Donnerstag Uwe Bolinius von Autokraft in Hamburg.

EU-Recht verlangt, dass die neuen Strecken europaweit ausgeschrieben werden müssten. Sollten Busse Strecken wie München – Hamburg oder Berlin – Stuttgart bedienen, würde der Bund wohl einen Teil der Einnahmen bekommen. Die Liberalisierung des Busverkehrs könnte also ein Versuch sein, das Haushaltsloch zu verkleinern. Busse gelten über längere Strecken ab 40 zahlenden Passagieren als rentabel.

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