Diverses Magere Bilanz

In einer Umfrage bei den deutschen IHKs hat impulse das Echo bei den Einzelhändlern auf die gelockerten Öffnungszeiten während der WM ermittelt. Die Resonanz ist durchwachsen: 42 Prozent äußern sich zufrieden oder sehr zufrieden, 50 sind weniger zufrieden. impulse präsentiert einige Stimmen von Händlern.

Sehr zufrieden ist beispielsweise Ingo Saar, Fachhändler für Pelze und Mode in Regensburg. Er hatte zusammen mit zahlreichen Kollegen an einem Samstag bis 24 Uhr geöffnet. Und das Geschäft brummte – aber nur, „weil wir daraus ein Event gemacht haben“, sagt der Händler. Mit Karaoke und einer Party „Ü 30“ für Leute jenseits des Twen-Alters lockte er sein Publikum an. Erfolg: Mitten im Sommer verkaufte er zwei Pelze.

Dass Events die Umsätze anheizen, bestätigt auch Modehändler Matthias Bender in Eppenbrunn (bei Pirmasens). „An den gewohnten Event-Sonntagen, die zweimal jährlich stattfinden, erzielen wir kräftige Umsatzsteigerungen“, berichtet der Inhaber von sechs Geschäften. Aber für die erweiterten Öffnungszeiten abends und an Sonntagen während der WM zieht Bender die Bilanz: „Außer Spesen nichts gewesen“.

Anzeige

Die Schuhhändlerin Erltrud Weisel aus Gießen kommt zu einem ähnlichen Fazit. Zwar hat sie nach 20 Uhr und sonntags durchaus Zusatzumsatz verzeichnet, aber dafür fehlte es an Verkäufen in der regulären Geschäftszeit – per Saldo also kein Plus.

Zur Mehrheit der Unzufriedenen gehört auch Berthold Zacharias. Der Fotohändler betreibt sechs Geschäfte, davon eins in einem Shopping-Center in Regensburg. Er führt die Umsatzflaute während der Sonderöffnungszeiten auf die Fußballbegeisterung der Kundschaft zurück: „Die hat sich im Center vor der Großleinwand versammelt, um die Spielübertragung zu verfolgen – so gab es zwar viel Betrieb, aber wenig Umsatz.“

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...