Diverses Managergehälter: Millionär Wiedeking als Vorbild

Dirk Horstkötter: Ressortleiter Politik

Dirk Horstkötter: Ressortleiter Politik© Rudolf Wichert

Angeblich sind es 100 Millionen Euro, die Porsche-Chef Wendelin Wiedeking aktuell verdient - und das nicht nur dank guter Verkaufszahlen der Sportwagen. Den Geldsegen bescheren ihm vor allem Renditen durch VW-Investitionen. Nicht unanständig findet das impulse-Redakteur Dirk Horstkötter. Aber: Dafür erwartet er eine Gegenleistung.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking soll in diesem Geschäftsjahr mutmaßlich 100 Millionen Euro verdienen – logisch, dass der Pegel der nach oben unbegrenzten Richterskala für öffentliche Empörung ausschlägt. Klar auch, dass Deutschlands Chefpopulist Oskar Lafontaine als einer der ersten in den Medien ist und ein Ende „dieses schamlosen Treibens“ fordert.

Streichen wir einmal alle Aufgeregtheiten weg und versuchen uns dem Kern zu nähern: Wiedekings Gehalt wurde bis dato bei 60 Millionen Euro taxiert. Es soll die monetäre Gegenleistung sein, für das, was er im operativen Geschäft bei Porsche geleistet hat. Wiedeking hat den Autobauer in 16 Jahren in neue Umsatzdimensionen geführt. Dafür erhält er wahrlich eine üppige Bezahlung, aber unanständig ist sie nicht.

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Nun kommen offenbar in diesem Jahr weitere Millionen oben drauf, weil Porsche groß bei VW eingestiegen ist: Dividenden und anteilige Gewinne des Wolfsburger Konzerns lassen Wiedekings ergebnisabhängiges Gehalt weiter steigen. Ist das vielleicht ein unanständiger Aufschlag, weil es gar nicht mehr um Produktion und Verkauf von Sportwagen geht, sondern nur noch um Renditen aus Finanzinvestitionen? Kassiert der Porsche-Chef Geld ohne jede eigene Anstrengung? Nein, denn eine „Leistung“ gibt es sehr wohl: einen unterbewerteten Autokonzern auszumachen, an dessen Potenzial zu glauben, ins finanzielle Risiko zu gehen und vor allem das eigene Know-how einzubringen. Steigende VW-Kurse drücken die Hoffnung der Börse aus, dass sich der Porsche-Einsatz am Ende auszahlt.

Hier könnte die Geschichte enden: Wiedeking verdient 100 Millionen Euro und zahlt dafür ordentlich Einkommensteuer – also genug Gegenleistung zur Finanzierung des Staates. Doch von dem Bestverdiener der Republik darf man mehr erwarten. Er hat Vorbildfunktion als Kümmerer für das Gemeinwohl. Viele Erfolgsunternehmer handeln so. Sie stiften, spenden und engagieren sich mitten der Gesellschaft. Es wäre schön, wenn Wendelin Wiedeking auch hier einmal Schlagzeilen produzieren würde.

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