Diverses Mannschaftsspieler gesucht

Keine Spur mehr von Einigkeit: Das Konjunkturpaket für Deutschland droht doch noch zu scheitern. Eine Mehrheit im Bundestag ist fraglich, weil die schwarz-grüne Regierung in Hamburg überraschend ein Veto ankündigte - zu Unrecht, ärgert sich impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer. Er fordert eine Mannschaftsleistung für Deutschland.

Wer nicht von Anfang an auf Sieg spielt, der muss den Platz am Ende frustriert verlassen wie gestern Abend die Jogi-Elf. Ohne ein klares Ziel vor Augen, geht es einfach nicht, ist ein gemeinsamer Erfolg nicht denkbar. Die Frage ist nur: Warum ist das bei einem Fußballspiel so einleuchtend – und in der Politik so schwer. Warum waren sich noch vor wenigen Wochen alle einig, dass das Land schnell ein gewaltiges Rettungspaket braucht, und warum wird jetzt wieder gedroht, die Konjunkturstütze für die Wirtschaft im Bundesrat zu stoppen – oder zumindest zu verzögern?

Gerade die kleinen Parteien, FDP und Grüne, die seit der Hessen-Wahl schweben, müssen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Korrekturen am Gesamtpaket, das haben die Amerikaner gerade vorgemacht, lassen sich auch auf dem kurzen Dienstweg umsetzen, ohne gleich dem ganzen Vorhaben die rote Karte zu zeigen. Wie dringend notwendig ein Signal aus Berlin an die Unternehmen ist, zeigt die Warnung der Europäischen Zentralbank, dass es noch immer kaum Anzeichen für ein Ende der Talfahrt gibt. Und: Je schneller die Hilfe kommt und der Konjunkturmotor wieder anspringt, umso rascher verstummen auch die Rufe nach Protektionismus, wie sie derzeit vor allem in Paris zu hören sind. Wenn sich unsere internationalen Geschäftspartner abschotten, kann das unsere Exportwirtschaft tatsächlich in die Knie zwingen.

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