Diverses Maschinenbauer erwarten Ende der Talfahrt

Die deutschen Maschinenbauer sehen nach den Auftragseinbrüchen der vergangenen Monate einen Silberstreif am Horizont. Spätestens ab Mai soll der Abbau von Lagerbeständen Wirkung zeigen. Dennoch müssen in der Branche 25.000 Beschäftigte um ihre Jobs fürchten.

„Wir rechnen ab Jahresmitte mit dem Ende der bisherigen Talfahrt bei den Auftragseingängen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse, am Montag auf der Hannover Messe. Spätestens ab Mai erwarte die Branche wegen abgebauter Lager niedrigere Minusraten. Zudem sollten die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme positive Impulse geben.

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres hatte sich der Auftragseingang der Branche fast halbiert. Hesse bekräftigte die kürzlich gesenkte Prognose für 2009, wonach das Produktionsvolumen um zehn bis 20 Prozent sinken wird und etwa 25.000 Arbeitsplätze wegfallen. Derzeit seien 100.000 Beschäftigte der Maschinenbaubranche in Kurzarbeit.
Zurückhaltend äußerte er sich dazu, ab wann es bei den Auftragseingängen wieder Wachstumsraten geben könne. „Wir gehen nicht davon aus, dass es eine Blitzerholung geben wird.“

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8000 offene Stellen trotz Jobabbau

Nach einem jahrelangen Boom sind die Hersteller von Maschinen „Made in Germany“ von der Wirtschaftkrise voll erwischt worden. Starke Einbrüche verzeichnen vor allem die Anlagenbauer in der Druck- und Textilindustrie, während die Hersteller von Energieanlagen, Kraftwerken und Aufzügen noch vergleichsweise gut dastehen. Die Krise bereitet den Firmen auch bei der Finanzierung zunehmend Schwierigkeiten. „Größere Probleme sehen wir derzeit bei den kleineren Unternehmen und bei großvolumigen, langfristigen Finanzierungen“ sagte Hesse.

Die stark exportorientierte Branche – der Anteil der Ausfuhren liegt bei etwa 75 Prozent – hatte sich in den vergangenen Jahren zum Jobmotor entwickelt. Noch 2008 hatten die
Unternehmen die Zahl der Beschäftigten um 40.000 auf 976.000 gesteigert. Händeringend suchten die Betriebe nach Facharbeitern und Ingenieuren. Selbst derzeit gibt es dem VDMA zufolge auf dem Arbeitsmarkt noch 8000 offene Stellen im Maschinenbau.

„Die Unternehmen stehen zu ihren Stammbelegschaften“, sagte Hesse. Einige Konzerne haben jedoch bereits einen Stellenabbau angekündigt. So will der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck bis zum Jahresende 5000 seiner
zuletzt 20.000 Stellen streichen. Der Anlagenbauer Gea will mehr als 1000 von 21.000 Jobs abbauen.

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