Diverses Mehr abschreiben – aber nur bis 2010

Die degressive Abschreibung kehrt zurück, allerdings nur für kurze Zeit. Die verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten gelten nur 2009 und 2010 und fallen niedriger aus als ursprünglich vorgesehen. Attraktive steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten durch degressive Leasingraten können Unternehmer dagegen schon 2008 nutzen.

Im Rahmen des Anfang November verabschiedeten Konjunkturpakets führt die Bundesregierung die degressive Afa wieder ein. Bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, zum Beispiel Maschinen oder Bürogeräte, dürfen in den beiden kommenden Jahren in degressiven Raten von maximal 25 Prozent abgeschrieben werden. Erst 2008 hatte der Fiskus die degressive Afa gekippt, um die letzte Unternehmenssteuerreform zu finanzieren. 2006 und 2007 lag der maximal zulässige degressive Afa-Satz für Mobilien dagegen noch bei 30 Prozent.

Hintergrund: Per degressiver Abschreibung können Unternehmen Investitionskosten in den ersten Jahren nach der Anschaffung zu einem höheren Teil steuerlich absetzen als gegen Ende der Nutzungsdauer. Dieser Steuerstundungseffekt schont zum einen die Liquidität, zum anderen können so Gewinnrücklagen in einem kürzeren, und somit besser planbaren Zeitraum gebildet werden. Vor allem bei Objekten, die einem schnellen technologischen Wandel unterliegen, zum Beispiel IT oder Medizintechnik, ist der Wertverzehr in den ersten Jahren zudem oft tatsächlich deutlich höher als später. Dieser Umstand wird durch die degressive Afa, bei der jedes Jahr ein gleichbleibender Prozentsatz vom jeweils aktuellen Buchwert abgeschrieben wird, realistischer abgebildet als durch lineare Afa-Raten.

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Steuerstundung: Mittelständische Unternehmen mit eingeschränktem Zugang zum Kapitalmarkt profitieren besonders von der Steuerstundung durch degressive Raten. Der Bundesverband Finanzierung und Leasing e.V. in Wuppertal weist aktuell darauf hin, dass sich ein vergleichbarer steuerlicher Effekt auch durch degressive Leasingraten erzielen lässt. Beim Mobilien-Leasing akzeptiert der Fiskus je nach Objekt in der Spitze degressive Leasingraten von 30 Prozent. Im Gegensatz zu Finanzierungsraten sind Leasingraten als Betriebsausgaben voll steuerlich absetzbar. Unternehmer mit Investitionsplänen brauchen als ggf. nicht bis 2009 zu warten. Durch entsprechende Vertragsgestaltung können sie ihre Investitionskosten per Leasing bereits 2008 noch bis maximal 30 Prozent absetzen.

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