Diverses Mehr Arbeitslose im Juni – Belebung lässt auf sich warten

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni gegen den für diesen Monat üblichen Trend leicht gestiegen. Mit 7.900 Menschen mehr als im Mai waren im vergangenen Monat insgesamt 3.954.400 ohne Arbeit.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni gegen den für diesen Monat üblichen Trend leicht gestiegen. Mit 7.900 Menschen mehr als im Mai waren im vergangenen Monat insgesamt 3.954.400 ohne Arbeit, wie die Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Es ist der höchste Stand in einem Monat Juni seit 1998. Zwar lag die Arbeitslosenzahl zum zweiten Mal in diesem Jahr unter der Marke von vier Millionen, jedoch um 260.000 über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote betrug im Juni erneut 9,5 Prozent.

Nach den Worten des Vorsitzenden der Bundesanstalt, Florian Gerster, gibt es nach wie vor ein Ost-West-Gefälle am Arbeitsmarkt. So nahm die Zahl der Arbeitssuchenden in den Alten Bundesländern um 900 auf 2.560.400 ab, in den Neuen Ländern jedoch um 8.900 auf 1.394.000 zu. Die Arbeitslosenquote war entsprechend im Osten mit 17,8 Prozent nach wie vor mehr als doppelt so hoch wie im Westen mit 7,6 Prozent.

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Gerster erwartet Entspannung im vierten Quartal

Auch saisonbereinigt erhöhte sich die Zahl der Erwerbslosen im Berichtsmonat deutlich. Im Vergleich zum Vormonat kletterte die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl in Deutschland im Juni um 39.000 auf 4,092 Millionen. Im Westen stieg sie um 13.000, im Osten um 26.000.

Gerster rechnet unverändert mit einer Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt im vierten Quartal. Nach einer Stagnation im Sommer werde im Herbst die Arbeitslosigkeit zurückgehen und die Beschäftigung wieder wachsen. Auf die Frage, wie sich die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt entwickeln werde, sagte Gerster: „Wir sind zuversichtlich, dass wir unter vier Millionen bleiben werden, wissen aber nicht, ob es uns gelingt.“

Seehofer fordert Riester zum Rücktritt auf

Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) führte die Entwicklung auf die „Konjunkturkrise der Weltwirtschaft“ zurück. Die Juni-Zahlen zeigten, „dass die zu Ende gegangene Konjunkturkrise tiefere Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt, als noch vor wenigen Wochen erwartet werden konnte“. Während die Erwartungen der Unternehmen immer besser würden, reagiere der Arbeitsmarkt immer mit Zeitverzug. Die Betriebe hielten sich noch mit Neueinstellungen zurück. Zugleich belasteten die Folgen von Firmenschließungen der vergangenen Wochen.

Der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Horst Seehofer, forderte Riester unterdessen zum Rücktritt auf. Riester sei „einer der Hauptverantwortlichen“ für den Negativrekord bei der Arbeitslosenzahl in den neuen Bundesländern und der vernichtenden
Bilanz für Deutschland insgesamt. Die negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei „hausgemacht“.

(dpa)

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