Diverses Mehr Druck durch neue Mitglieder

Wilfried Katterbach: impulse-Redakteur

Wilfried Katterbach: impulse-Redakteur© Florian Schwinge

Der mittägliche Kommentar auf impulse.de zu aktuellen Themen rund um den Mittelstand. Heute: impulse-Redakteur Wilfried Katterbach zum Mitgliederzuwachs der Gewerkschaften, der wohl auch für die Unternehmer ernste Folgen haben wird.

Die seit Jahren unter Mitgliederschwund leidenden Gewerkschaften wittern Morgenluft: Die just abgeschlossenen Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst sowie die laufenden Auseinandersetzungen im Einzelhandel bringen den Interessenvertretern der Arbeitnehmer wieder neue Mitglieder. So verzeichnet alleine Verdi durch die seit Monaten geführten Tarifgespräche im Einzelhandel bis jetzt 2.000 zusätzliche Beitritte. Auch junge Menschen organisieren sich wieder mehr. Die IG Metall Nordrhein-Westfalen registrierte im vergangenen Jahr bei den unter 28-Jährigen einen Anstieg von rund acht Prozent. In der Chemiebranche vertritt die IG BCE rund 60 Prozent aller Auszubildenden, während bei den älteren Mitarbeitern der Branche nur 40 Prozent gewerkschaftlich organisiert sind.

Ein Trend? Das wird die Zukunft zeigen. Wie bei jeden Lohnverhandlungen rühren die Gewerkschaften auch dieses Mal die Werbetrommel. Mit den aktuellen Auswirkungen. Allerdings verlassen von den Neuzugängen viele nach einem Jahr wieder die Gewerkschaft. Wer sich früher von seiner Interessenvertretung verabschiedet, muss das Streikgeld, das er als Lohnersatz erhalten hat, zurückzahlen.

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Doch sicher ist, dass die Sorge der Menschen auch bei besserer Konjunkturlage und einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 8,4 Prozent, vom wirtschaftlichen Aufschwung nichts abzubekommen, groß ist. Ob sie berechtigt ist oder nicht sei dahingestellt. Die Folgen für Unternehmer sind auf jeden Fall da: Der Druck auf sie und ihre Interessenvertreter, alleine wegen der höheren Mitgliederzahlen in den Gewerkschaften, wird drastisch zunehmen, Zugeständnisse bei Tariferhöhungen zu machen. Ob das allerdings dem „Pflänzchen“ Aufschwung oder der Jobmaschine Mittelstand dann so gut bekommt, ist fraglich.

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