Diverses Mehr Unternehmergeist im Parlament

Das Wahlergebnis in Berlin hat auch eine erfreuliche Seite: Die "Wirtschaftsfraktion" im Bundestag hat stark zugelegt. Im neuen Parlament sitzen 62 aktive oder ehe­malige Unternehmer. In der alten Legislaturperiode waren es nur 48.

Von den 614 Abgeordneten im neuen Parlament haben damit gut zehn Prozent einen unternehmerischen Background – als Firmenchef, leitender Angestellter oder Selbständiger. Doch nach wie vor dominieren Parteisoldaten, Beamte und ehemalige Lehrer mit einem Anteil von über 55 Prozent die Volksvertretung.

Die meisten Firmenchefs zählt erwartungsgemäß die CDU/CSU-Fraktion mit insgesamt 39 Vertretern. In den FDP-Reihen sitzen elf Unternehmer. Deutlich kleiner ist der Arbeitgeberflügel bei den Sozialdemokraten und der Linkspartei mit jeweils fünf und bei den Bündnisgrünen mit zwei Firmenchefs.

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Zahlreiche Unternehmer sitzen bereits seit langem im Parlament. So schaffte Textilfrau Dagmar Wöhrl, CSU, zum vierten Mal den Einzug ins Hohe Haus, der ehemalige Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands Michael Fuchs, CDU, startet in seine zweite Legislatur. Doch künftig gibt es auch etliche neue Gesichter aus dem Unternehmerlager.

Überraschend viele kommen aus den neuen Ländern. Zu ihnen gehört der Liberale Heinz-Peter Haustein, Inhaber einer Aufzugbau­firma im sächsischen Deutschneudorf mit 126 Mitarbeitern. Er zog über die Parteiliste ein, ist aber stolz auf das beste Erststimmenergebnis der FDP mit über 13 Prozent.

Auch sein Banknachbar Christoph Waitz wagt zum ersten Mal den Sprung von der Wirtschaft ins Parlament. Der 45-Jährige ist geschäftsführender Gesellschafter eines Dienstleistungsunternehmens mit rund 30 Mitarbeitern, das Industrieanlagen verwertet.

Während Waitz es zunächst in der Doppelrolle versuchen will, konzen­triert sich Jens Koeppen, CDU, auf seinen neuen Hauptstadt-Job. Für sein Mandat übergab der 43-Jährige die Geschäftsführung seiner Elektrotechnikfirma an einen Partner. Koeppen zieht es in den Wirtschaftsausschuss. Dass er als Neuling aber dort einen der begehrten Sitze bekommt, ist eher
unwahrscheinlich.

So oder so: Sein Hauptziel, das Zerrbild vom Heuschrecken-Unternehmer geradezurücken, will er in jeder Funktion verfolgen. „Wer Arbeitsplätze schafft, sorgt doch gerade für das Soziale in der Marktwirtschaft“, wirbt Koeppen.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Magazin können Sie in der impulse-Ausgabe 12/2005, Seite 34, nachlesen.

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