Diverses Mezzanine Kapital ist tot – es lebe Mezzanine Kapital

Holger Externbrink, Ressortleiter Finanzierung + Vorsorge, über das Ende des standardisierten Genussrechtskapitals - und warum das für viele Unternehmen neue Chancen birgt.

Fünf Buchstaben sorgten 2004 für eine kleine Revolution am Markt der Firmenfinanzierungen: PREPS. Unter diesem Namen verkaufen die Hypovereinsbank und die schweizer Capital Efficiency Group standardisiertes Genussrechtskapital, so genanntes Mezzanine Kapital, an die Mittelständler. Die HVB refinanziert sich, indem sie das Kapital verbrieft und am Kapitalmarkt verkauft.

Weil es weder reines Eigen- noch Fremdkapital war, findet es bei den Firmen schnell Anklang. Sie zahlen Zinsen wie bei Krediten, in der Bilanz zählt das Geld aber als Eigenkapital und Firmenanteile müssen sie auch nicht abgeben. Die HVB findet viele Nachahmer, bis 2007 ist Mezzanine Kapital ein Milliardenmarkt. 2008 ist es tot. Die Finanzkrise legt den Verbriefungsmarkt lahm, und entzieht damit auch Mezzanine Kapital den Boden. Schlimm? Nein. Die standardisierten mezzanine Programme passten von Anfang an nur auf wenige Firmen. Die Banken stülpten es vielen Firmen über, für die es zu teuer oder zu kurzfristig war. Pleiten und schlechte Portfoliobonitäten waren schnell die Folge.

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Jetzt gehen die ersten Banken dazu über individuelles Mezzanine Kapital zu vergeben. Maßgeschneidert für die Bonität und Rückzahlungsfähigkeit der Unternehmen. Ja, das ist teurer, aber es passt für die Firmen. Und weil plötzlich Ertrag und Risiko auch für die Banken stimmen, nehmen sie es auch auf die eigenen Bücher. Nicht anders sollte Firmenfinanzierung aussehen. Es lebe Mezzanine Kapital.

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