Diverses Mieses Image, miese Aussichten

Die Staatsverschuldung erreicht Rekordstände und das Wirtschaftswachstum ist im Keller - sich angesichts der dramatischen Entwicklung in diesem Frühjahr Gedanken über das Bild des Unternehmers in der Öffentlichkeit zu machen, scheint abwegig - allerdings nur auf den ersten Blick, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer.

Das derzeitig schlechte Image von Unternehmern ist symptomatisch für die Krise, in der auch das Unternehmertum steckt. Anzeichen dafür gibt es viele und in allen Branchen und Größenklassen: sie reichen von der Tatsache, dass selbst viele Familienunternehmer ihre bewährten Grundsätze über Bord geworfen haben und aufgrund ihrer dünnen Eigenkapitalausstattung schon bei den ersten Anzeichen einer Konjunkturflaute die Segel streichen. Bis hin zum Trauerspiel, das derzeit die sonst so erfolgreiche Schaeffler-Familie darbietet: Das Unternehmen ist wegen der Conti-Übernahme mittlerweile auf Staatshilfe angewiesen, und Unternehmens-Chefin Maria-Elisabeth Schaeffler muss sich öffentlich von der Bundeskanzlerin anhören, sie habe bislang noch nicht einmal ein „akzeptables Unternehmenskonzept“ vorgelegt.

Wenn solche Eindrücke das Unternehmerbild langfristig in der Bevölkerung bestimmen, dann wird diese Krise tatsächlich fundamentale Folgen für Deutschlands Unternehmer haben. Denn der derzeitige Abschwung verdeckt nur ein massives Problem, das den Mittelstand in den nächsten Jahren voll treffen wird: der Fachkräftemangel. Das gute Unternehmerbild, das bei inhabergeführten Firmen dem Arbeitgeber-Image entspricht, ist das wichtigste Argument, um gute Leute in die Provinz zu locken – wo die meisten Mittelständler nun mal ihre Zentralen haben.

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