Diverses Milliardenhilfe: Kein Geld für Landesbanken

Beantragt als erste Bank Milliarden aus dem Rettungspaket: Die BayernLB

Beantragt als erste Bank Milliarden aus dem Rettungspaket: Die BayernLB© dpa

Die bayerische Landesbank braucht 6,4 Milliarden Euro aus dem Banken-Rettungspaket. Ihre Lage ist also noch dramatischer als bisher angenommen. Ausgerechnet Bayern, möchte man sagen - das Vorzeige-Bundesland. Falsch, sagt impulse-Redakteur Holger Externbrink: Ob West LB oder Bayern LB ist egal. Ein funktionierendes Geschäftsmodell haben sie alle nicht. Er fordert einen radikalen Schnitt.

Es ist wenig überraschend, dass die erste Bank in Deutschland, die Geld aus dem Rettungsfonds der Regierung braucht, eine Landesbank ist. Man hätte noch raten können, ob es die West LB oder die Bayern LB ist. Nun also die Bayern. Ein funktionierendes Geschäftsmodell hat weder die eine noch die andere. Und auch bei den anderen Landesinstituten ist unklar, wie sie Geld verdienen.

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Früher, zu Zeiten der Gewährträgerhaftung, konnten sie sich zu Konditionen des Staates Geld leihen und teurer weitergeben. Die Marge war Gewinn. Simples Geschäftsmodell, dass aber nicht mehr erlaubt ist. Brüssel sei Dank. Ein neues Geschäftsmodell, das wirklich gut funktioniert, hat keine Landesbank aufgebaut. Und in Wahrheit braucht sie auch niemand. Anlageprodukte kreiert die Dekabank für die Sparkassen. Und Firmenkunden können in jeder größeren Sparkasse betreut werden. Das Argument Ausland zieht ebenso nicht, weil sich auch hier die Sparkassen mit ihrem Countrydesk schon selbst geholfen haben. Und schließlich: Wieso soll Steuerzahlergeld Landesbanken retten, wenn die Sparkassen doch schon selber den Risikoschirm aufgespannt hatten? Zudem haben sich Sparkassen bei den Rettungsaktionen für den Privatbankenbereich immer ziemlich zurückgehalten. Also: Wickelt die Landesbanken in Ruhe ab. Und werft nicht gutes Geld schlechtem hinterher.

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