Diverses Mit Mantas fliegen, mit Steinen zahlen

Mikronesien, Yap - Taucher und Anthropologen schwärmen von der fernen Insel in allerhöchsten Tönen. Und das "Manta Ray Bay Hotel" ist die perfekte Adresse für einen Ausflug unter Wasser - und in die hauseigene Brauerei.

Bill Acker ist ein waschechter Texaner. Baumlang, hager, sonnenverbrannt und mit dem typisch texanischen Sichelbart. Doch Bill reitet weder tagelang durch Dornengestrüpp noch kämpft er mit Lasso und Stier. „Hey man, it’s manta-time“, donnert seine Stimme frühmorgens durch den kleinen Hafen direkt vor seinem Hotel, dem „Manta Ray Bay“. Anders fühlen sich Cowboys wohl auch nicht, wenn sie sich schlaftrunken in Richtung Rindvieh bewegen.

Die Mantas sind eines der Wahrzeichen der kleinen mikronesischen Inselwelt. Es gibt weltweit keinen besseren Platz als hier, vor der Insel Yap, um die gigantischen, friedlichen Planktonfresser zu beobachten. Ständig segeln mehr als 100 der majestätischen Rochen vor der Küste, immer der Planktonsuppe folgend, die mit Ebbe und Flut durch die Riffkanäle schwappt.

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Heute ist der Mi’l Channel das Ziel der morgendlichen Bootsfahrt. Schon nach kurzer Tauchzeit schälen sich die Umrisse der bis zu fünf Meter breiten Tiere aus dem grünlich planktongeschwängerten Wasser. In aller Seelenruhe gleiten gleich mehrere der Riesen auf uns zu, scheinbar angezogen von unseren Luftblasen. Diese atemberaubenden Begegnungen sind es, die Taucher aus aller Welt davon träumen lassen, einmal im Leben Yap zu besuchen.

Lange bevor Taucher die Unterwasserwelt Yaps entdeckten, war das mikronesische Eiland berühmt für sein Steingeld. Aufbewahrt werden die bis zu dreieinhalb Meter großen Steinscheiben meist in regelrechten „Steinbanken“ in den Dörfern. Das schwere Geld mag auch ein Grund dafür sein, dass das Unternehmertum leicht unterentwickelt ist. Heute werden die größten Münzen der Welt allerdings nur noch symbolisch eingesetzt, zum Beispiel bei der Übertragung von Landnutzungsrechten.

Das „Manta Ray Bay Hotel“ gilt als „the best little dive hotel in the Pacific“. Die exklusiven 28 Zimmer sind liebevoll eingerichtet, das Restaurant befindet sich stilecht auf dem mehr als 100 Jahre alten Segelschoner „Mnuw“, die Speisen verraten europäische und asiatische, aber auch mikronesische Einflüsse. Der Abschluss eines langen Tages wird mit einer besonderen Delikatesse eingeleitet: In der einzigen Brauerei Mikronesiens braut Bill Acker sein eigenes Bier – ein wirklich empfehlenswertes Pils.

  • Anreise: Yap erreicht man von Europa aus am ehesten über Manila, dann mit Continental Airlines weiter. Direktverbindungen von Manila nach Yap nur mittwochs, sonst über Guam.
  • Hotel: Zwei Wochen Vollpension mit Flug (Business-Class) 5800 Euro.
  • Währung: US-Dollar. Kreditkarten werden akzeptiert.
  • Reisezeit: Yap ist ein ganzjähriges Reiseziel mit nur geringen Klimaschwankungen.

Weitere Artikel aus dem Ressort Privat können Sie in der impulse-Ausgabe 05/2006, Seite 134, nachlesen.

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