Diverses Mit Nostalgie Kasse machen

Retro-Ideen bringen frischen Wind in die Gründerszene und verhelfen eingesessenen Unternehmen zu Zusatzgeschäften.

Eine Erfolgsstory der ganz besonderen Art schreibt das Handelshaus Manufactum. Seit 17 Jahren auf dem Markt ist der Waltruper Versender von alt-bewährten Gebrauchsgegenständen mit einem Katalog in Deutschland sowie in der Schweiz, Österreich und Großbritannien vertreten und besitzt sieben Warenhäuser in allen großen Städten der Republik. Jahresumsatz: 60 Millionen Euro.

Dazu Prokurist Bernhard Trinkloh: „Wir sind keine Nostalgiker, die angehübschte, banale Billig-Produkte verkaufen, sondern funktions- und gebrauchstüchtig Qualitätsware.“

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Manufactum setzt auf Traditionshandwerk: 80 Prozent der 4.500 Produkte fertigen deutsche Meister – Glasbläser aus Gera, Klavierbauer aus Braunschweig oder Uhrmacher aus Glashütte. Vor allem 30- bis 40-Jährige schätzen Qualität und Nachhaltigkeit der Waren, die alle zu reparieren wären, sagt Trinkloh und rechnet auch in diesem Jahr wieder mit einer Umsatzsteigerung von 10 bis 15 Prozent.

Und da Bewährtes im Trend liegt, bietet Manufactum neben hochwertigen Gebrauchsgegenständen mittlerweile auch hochwertige Gartenmöbel, saisonale Feinkost und „Gutes aus Klöstern“ an. Interessanteweise laufen 20 Prozent des Umsatzes über das Neuzeit-Medium Internet.

Wo finden Gründer Nostalgie-Ideen mit Perspektive?

Aus einer Neigung heraus oder weil sie nach einer interessanten Lücke suchten, kamen die meisten Gründer auf die Retro-Schiene. Doch: Was kommt an, was setzt sich durch?

Für Marken gilt: Bewährtes mit Neuem zu kombinieren wie die Traditionsmarke Burberry, die Trenchcoats in Knallfarben anbieten oder Autos im traditionellen Burberry-Look, oder Puma und Addidas, die Leder-Sneakers modisch aufpeppen.

Für Gründer gilt: Etwas Besonders zu offerieren, das Emotionen bedient. Ein Fehler wäre es in den Augen von Grey-Chef Bernd Michael sich durch eine „Geiz ist Geil“-Preisaggressivität zu Banalität und Trivialität hinzureißen lassen. „Besser: Auf Qualität und Werte zu setzen, dafür ist der Kunde auch bereit, mehr zu bezahlen“, weiß Michael.

„Kunden lieben die Romantik, die Werte und den Service vergangener Zeiten“, bestätigt Marike Eilts, die sich vor 10 Jahren auf Nostalgiereisen spezialisiert hat und unter www.nostalgiereisen.de bis zu 30 Reisen im Monat ab 2.000 Euro verkauft.

Weitere Informationen gibt’s unter www.zukunftsinstitut.de.

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