Diverses Mittelstand geht leer aus

Für 90 Prozent der Unternehmen soll es keine Entlastung geben.

Die Zahl ist politisch heikel – und deshalb unter Verschluss. Nach Schätzungen der Steuerbehörden könnte die geplante Steuerreform am überwiegenden Teil des Mittelstands vorbeilaufen. „Von der sich jetzt abzeichnenden Reformvariante profitieren höchstens zehn Prozent aller Personenunternehmen“, heißt es aus einer Länderverwaltung. 90 Prozent der Firmen brächte sie keinerlei Entlastung. Die Zahl basiert auf der Annahme, dass für Personenunternehmen eine Thesaurierungsrücklage eingeführt wird.

Sie ermöglicht es, einbehaltene Gewinne wie eine Kapitalgesellschaft mit knapp unter 30 Prozent zu versteuern. Allen voran die CDU-geführten Bundesländer, aber auch die Wirtschaftsverbände sprechen sich dafür aus. Doch die Rücklage lohnt nicht für weniger ertragsstarke Unternehmen. Grund: Deren durchschnittliche Steuersätze liegen meist unter 30 Prozent. Nur wenige kommen mit ihren Grenzsteuersätzen in den Bereich, wo ein Thesaurierungskonto sinnvoll ist.

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Der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel, SPD, verteidigt den Kurs: „Ich kann nicht erkennen, dass bei Unternehmen mit geringen Gewinnen die Steuerbelastung zu hoch ist.“ Allerdings müsse deren schwache Eigenkapitalbasis verbessert werden. „Im Zuge der Reform plädiere ich dafür, die jetzige Ansparabschreibung attraktiver und zielgenauer zu gestalten“, so Deubel. Finanzierbar sei ein Entlastungsvolumen von „unter einer Milliarde Euro“.

Weitere Artikel aus dem Ressort Politik können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2006, Seite 32, nachlesen.

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