Diverses Mittelstand im „Winter-Blues“

Die mittelständischen Unternehmen tragen mehr als 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, hat Cisco Systems Anfang 2003 gemeinsam mit TechConsult den "IT-Mittelstandsindex" ins Leben gerufen. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-Investitionen eingefangen.

Im Januar setzte sich saisonbedingt die Abkühlung der wirtschaftlichen Stimmung im deutschen Mittelstand fort. Auch die Ausgabenbereitschaft für IT-Produkte und –Leistungen entwickelte sich zurückhaltender. Verhältnismäßig robust blieb jedoch die Zuversicht mit Blick auf die kommenden Monate.

Gegenüber dem Dezember sank im Januar der Umsatz-Index der mittelständischen Unternehmen in Deutschland von 111 auf 102 Punkte. Somit bleiben weiter die Unternehmen in der Mehrheit, die gestiegene Umsätze erzielten, diese Mehrheit hat jedoch deutlich abgenommen und ist jetzt nur noch recht dünn.

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Der Vorjahresvergleich zeigt, dass es sich dabei um eine saisonale Entwicklung handelt: Der Index der realisierten Umsätze bewegt sich aktuell auf dem gleichen Niveau wie im Januar 2004. Gleiches gilt für die Erwartungen an die Umsatzentwicklung in den nächsten drei Monaten: Mit 118 Punkten liegt der Index der Umsatzwartungen etwas höher als vor einem Jahr. Zwar waren die Optimisten gegenüber Dezember auf dem Rückzug, aber sie übertreffen doch weiterhin deutlich die Pessimisten.

Von dem Wintereinbruch und dem damit verbundenen erhöhten Energieverbrauch profitierten die Versorgungsunternehmen. Sie realisierten mit Abstand am häufigsten Umsatzverbesserungen. Gestiegene Einnahmen erzielten im Januar auch der Handel und das Finanzgewerbe. Im öffentlichen und Non-Profit-Sektor wurden überwiegend rückläufige Einnahmen und Beiträge realisiert.

Während den Versorgern die derzeitige Winterkälte nutzt, blickt die Industrie hoffnungsvoll auf das Frühjahr. Das verarbeitende Gewerbe weist unter allen Wirtschaftszweigen den höchsten Umsatz-Erwartungsindex auf. Überwiegend optimistisch ist auch der Finance-Sektor, dagegen überwiegen im Öffentlichen und Non-Profit-Bereich die Pessimisten.

Von der wirtschaftlichen Entwicklung blieben auch die IT-Ausgaben nicht unberührt. Der Index der im Januar realisierten IT-Ausgaben sank um 11 auf 106 Zähler. Damit ging die Neigung, vermehrt in die Informationstechnik zu investieren zurück, die ausgabenoffensiven Firmen konnten sich jedoch weiterhin durchsetzen. Im Jahresvergleich stellt sich die Situation immer noch deutlich verbessert dar: Im Januar 2004 zog die Ausgabenzurückhaltung den Index mit 95 Punkten in den Negativbereich.

Für die kommenden drei Monate ist der Ausblick weiter zuversichtlich. Zwar reduziert sich der Indikator der geplanten IT-Investments um sieben auf 119 Zähler, aber dieser Wert signalisiert weiter, dass die Mittelständler mit zukünftig wachsenden IT-Budgets überwiegen.

Treibende Kraft des IT-Marktes waren im Januar die Energie- und Wasserversorger. Dahinter folgen Dienstleister und Industrie. Im öffentlichen und Non-Profit-Sektor sowie im Finanzgewerbe hielten sich die Unternehmen mit gestiegenen und gefallenen IT-Investitionen die Waage. Für die kommenden drei Monate kündigt die Industrie die größte Investitionsneigung an.

Die Finanzdienstleister planen ebenfalls überwiegend steigende IT-Investitionen und bewegen sich damit im Durchschnitt der mittelständischen Firmen Deutschlands. Dagegen werden sich die Öffentliche Hand / Non-Profit-Organisationen mit Ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnologie überwiegend zurückhalten.

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