Diverses Mittelstand pocht auf Steuerentlastungen

Ausbildungsniveau, Bürokratie, Steuerlast: Nicht nur die Krise setzt den mittleren Betrieben zu. Derweil hellt sich die Geschäftslage zwar auf, doch Experten rechnen mit dem Abbau von Arbeitsplätzen.

„Der Mittelstand blickt verhalten optimistisch in die Zukunft“, heißt es in der Expertenbefragung des Deutschen Mittelstandsbarometers (DMB). Für die Untersuchung befragte das Institut rund 130 Mittelstandsexperten. Das aktuelle Gründungsklima, die Geschäftslage sowie das Unternehmerbild in der Öffentlichkeit bewerten die Befragten positiver als noch in der Frühjahrsbefragung.

Unternehmen würden immer noch unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise leiden, eine Stabilisierung der Auftragslage und des
Exports sowie die konstante Binnennachfrage sind laut Experten gute Zeichen.

Anzeige

Dennoch: von einer Erholung kann nicht gesprochen werden. Die Geschäftslage wird mit 45,3 Punkten im Vergleich zum Frühjahr um fünf Prozentpunkte zwar besser beurteilt und steigt damit zum ersten Mal seit Herbst 2007.
Doch 68 Prozent der Befragten sind auch der Meinung, dass die Zahl der Arbeitnehmer im Mittelstand in den nächsten 12 Monaten zurückgehen wird.

Mittelständler monieren steuerliche Abgabelast

Neben der Krise würden vor allem die hohen Steuern den Mittelstand belasten. Erstmalig seit der Erhebung empfinden die Experten die Steuern als größtes Problem. Zweitgrößtes Problem sind laut Umfrage bürokratische Hürden sowie Regulierungen. Auch kämpfen die Betriebe mit Finanzierungsschwierigkeiten, kommen also schwerer an Kredite.
Die Regulierung des Arbeitsmarktes verlor hingegen an Bedeutung, vielmehr hemme das Ausbildungsniveau der Arbeitskräfte die mittelständische Wirtschaft in ihrer Entwicklung.

Nach Ansicht der Mittelstandsexperten darf die neue Bundesregierung den Abbau der Staatsschulden nicht auf Kosten der mittelständischen Unternehmen betreiben. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie Anhebung des Spitzensteuersatzes würde den Mittelstand empfindlich treffen. Zudem sollten die Sozialabgaben unter 40 Prozent gesenkt werden. Um die Finanzierungssituation der Unternehmen zu verbessern, forderten die Experten Kredit- und Finanzinstitute auf, die günstigen Zinskonditionen an die Unternehmer weiterzugeben. Aber auch alternative Finanzierungsinstrumente – wie Factoring oder Beteiligungen – sollten kleinen und mittleren Unternehmen verstärkt angeboten werden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...