Diverses Mittelstandsfonds wollen loslegen

Um Unternehmen den Weg zu weiteren Krediten zu öffnen, gründeten Banken während der Finanzkrise Mittelstandsfonds. Dadurch erhielten die Firmen zusätzliches Eigenkapital. Nun konnten die Institute weitere private Geldgeber für die Fonds gewinnen. Mittelständler hoffen auf kräftige Finanzspritzen.

Mit der Privatbank Hauck & Aufhäuser hat nun zumindest einer der beiden großen Mittelstandsfonds deutscher Banken – der AF Eigenkapitalfonds der Commerzbank und der KfW – einen zusätzlichen Investor gefunden. „Wir werden uns unserer Bilanzsumme entsprechend mit einem einstelligen Millionenbetrag beteiligen“, sagte ein Sprecher des Frankfurter Instituts gestern. Über eine Beteiligung weiterer Geldgeber neben den Initiatoren war lange spekuliert worden.

Damit können mittelständische Unternehmen in den kommenden Monaten mit Kapitalspritzen aus beiden Mittelstandsfonds rechnen. Neben der Commerzbank und der KfW hatte auch die Deutsche Bank vergangene Woche Auszahlungen aus ihrem Fonds angekündigt. Bis Jahresende würden erste Beträge ausgezahlt, sagte Vorstand Jürgen Fitschen: „Die ersten Zuteilungsbescheide sind durch. Wir haben alle Anträge intensiv geprüft.“ Anders als Commerzbank und KfW gab die Deutsche Bank keine Namen weiterer Investoren bekannt.

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Aus dem AF Eigenkapitalfonds soll noch vor Jahresende „die eine oder andere Zusage“ gemacht werden, sagte Gernot Eisinger von der Beteiligungsgesellschaft Afinum, die den Fonds verwaltet, gestern auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Bis März 2011 will Afinum die ersten Auszahlungen tätigen.

Beide Fonds waren anlässlich der Finanzkrise gegründet worden, von der viele Mittelständler gebeutelt wurden. Zusätzliches Eigenkapital soll ihnen den Weg zu weiteren Krediten öffnen. „Spätestens im Aufschwung müssen wir etwas für den Mittelstand tun“, sagte Albrecht Deißner von der staatlichen Förderbank KfW zur Motivation der Fondsgründer. Zielgruppe des AF Eigenkapitalfonds sind Familienunternehmen in Deutschland mit 50 bis 500 Mio. Euro Umsatz, denen jeweils 10 bis 30 Mio. Euro Eigenkapital zufließen sollen. Sanierungsfälle kämen nicht in Frage. „Der Unternehmer soll Herr im eigenen Haus bleiben“, so Deißner. Die Unternehmen hätten das Recht, die Anteile jederzeit zurückzukaufen.

Etwas anders ist der Fonds der Deutschen Bank gestaltet. Er vergibt Mezzanine-Kapital – eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital. Das geschieht in Form von Genussrechten und Direktbeteiligungen. Zielgruppe sind mittelständische Unternehmen ab 20 Mio. Euro Umsatz. Die Kapitalspritzen sollen in Tranchen von 2 bis 10 Mio. Euro erfolgen.

Lange war gerätselt worden, ob und welche zusätzlichen privaten Geldgeber die drei Institute für ihre Fonds gewinnen können. Der Mezzanine-Fonds der Deutschen Bank hat zwar eine Zielgröße von 500 Mio. Euro. Bisher besteht er aber lediglich aus den 300 Mio. Euro Einlagen der Deutschen Bank. Für die restliche Summe sucht der Branchenprimus seit Monaten institutionelle Investoren als Partner. Ursprünglich sollte die Auszahlung der Gelder bereits im Frühjahr beginnen können. Zuletzt war der Termin jedoch immer weiter verschoben worden. Die Verzögerung hatte der Fondsbetreiber M Cap Finance mit der Bearbeitungsdauer der Anträge begründet.

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