Diverses Mutiger Wegbereiter

Leuchtstoffröhren sind eher nützlich als schön. Und als Kunstobjekte gelten sie schon gar nicht. Der amerikanische Künstler Dan Flavin (1933-1996) verhalf der banalen Handelsware zu Ehren, indem er daraus spektakuläre Lichtinstallationen kreierte. Flavin gilt als eine Schlüsselfigur der Kunst des 20. Jahrhunderts und Wegbereiter eines neuen künstlerischen Terrains. "Dan Flavin / Retrospektive" in der Münchner Pinakothek der Moderne ist die erste umfassende Werkschau des Künstlers in Deutschland.

Entlang der 140 Meter langen Mittelachse der Pinakothek der Moderne sind
24 „‚monuments‘ for Vladimir Tatlin“ aufgebaut. Nie zuvor wurden die Variationen
dieser vornehmlich in den 60er Jahren entstandenen Werkserie in so großer Bandbreite präsentiert wie in München. Form und Farbe dieser Arbeiten agieren im Sinne Flavins so spannungsgeladen, dass der gesamte erste Stock der Pinakothek zu pulsieren scheint.

Im Verlauf des weiteren Rundgangs wird das Oeuvre des Künstlers entfaltet. Dabei ist
es ein Glücksfall, dass die vollständige Gruppe von Flavins frühesten Experimenten mit künstlichem Licht (die acht zwischen 1961 und 1964 geschaffenen „Icons“) den Auftakt bilden. Seit ihrer Entstehung waren diese fragilen und kostbaren Werke aus der Frühzeit der so genannten Minimal Art nicht mehr gemeinsam zu sehen.

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Von einer Ausnahme abgesehen, befinden sich die eigentlich als nicht ausleihbar
geltenden Exponate in Privatsammlungen, zwei davon waren im Besitz von Flavins
Freund Donald Judd, heute Judd Foundation.

Einen weiteren Höhepunkt bildet die Rekonstruktion einer Flavin-Ausstellung, die
1968 in der einflussreichen Münchner Galerie von Heiner Friedrich stattfand. Diese
und weitere Werke, in denen Form und Farbe der Leuchtstoffröhren in Zusammenwirkung mit der Architektur subtil erkundet werden, stehen im spannungsvollen Wechsel mit monumentalen Installationen, die Räume aggressiv versperren oder ihr Inneres mit Farbe überfluten.

„Dan Flavin / Retrospektive“ wurde zusammen mit der New Yorker Dia Art Foundation
und der National Gallery of Art in Washington D.C. vorbereitet. Sie ist die letzte Station
einer Ausstellungstournee, die neben amerikanischen Museen auch in der Londoner
Hayward Gallery und im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris zu sehen war. Durch
eine Erweiterung um fast 40 Prozent ist sie die bei weitem umfangreichste Schau der
Tournee.

Ausstellungsdauer:

23. November 2006 bis 4. März 2007

Pinakothek der Moderne

Kunstareal München

Barer Str. 40

80333 München

www.pinakothek.de

Weitere Informationen: www.danflavin.de

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