Diverses Nachrüsten oder Neukaufen

Laptops sind heute kein geschlossenes technisches System mehr, sondern durchaus nach- und aufrüstbar. Größere Festplatte? Mehr Arbeitsspeicher? Mehr Akkuleistung? Nichts davon ist Zauberei! Aber lohnt es sich für Firmen?

„Wir rüsten nicht nach“, stellt Dirk Koch klar, „außer bei Defekten“. Der Geschäftsführer des Tiefbauunternehmens Oppermann aus dem nordhessischen Vellmar sieht keinen Sinn darin, in vorhandene Notebooks zu investieren. „Nach drei bis vier Jahren“ werden deshalb neue Geräte gekauft. Koch begründet diese Haltung nicht mit einem Defizit an neuester Technik, obwohl diese bei Hitech dieser Art ja in Windeseile veraltet. Seine Mitarbeiter griffen ohnehin „hauptsächlich von draußen auf den Firmenserver zu“. Dabei verwenden sie oft nicht einmal die gesamte Software auf ihren tragbaren Computern. Zu solcher Fern-Bedienung sind auch ältere Modelle in der Lage. Es ist vielmehr die schlichte Lebensdauer, die bei Oppermann zum Notebookkauf führt. Die verkürzt sich bei den Geräten der Firma schon deshalb rapide, weil sie täglich mit auf die Baustellen genommen werden. Entsorgt werden die Arbeitsmaschinen selbst dann nicht unbedingt. Oft gehen sie „ins Office“, so Koch, weil sie für die Büroorganisation noch immer ausreichen.

Andere Unternehmen, deren Mitarbeiter nicht in dem Maße Wind und Wetter ausgesetzt sind, rüsten hingegen durchaus nach, anstatt ihren kompletten Gerätepark auszutauschen. Schließlich sind die Zeiten vorbei, in denen sich kaum ein Bauteil aus Notebooks ohne fachliche Hilfe ausbauen ließ. Theoretisch lässt sich inzwischen fast jedes Bauteil nachrüsten: Vom Prozessor oder der CPU (Central Processing Unit), dem Herzstück jedes Computers, über Arbeitsspeicher und Festplatte bis hin zum optischen Laufwerk. Beim Businessmaschinenhersteller Dell sind es vor allem Arbeitsspeicher und Festplatten, an denen Interesse besteht und die sich auch problemlos in vorhandene Notebooks einbauen lassen, sagt Marcus Reuber, Client Technology Consultant bei Dell. An die Stelle der traditionellen, rotierenden Festplatten setzen die Kunden bei der Gelegenheit aber zunehmend Flash- oder SSD-Speicher. Diese seien „preislich günstig und erschütterungsfrei“, so Reuber. CPUs zu ersetzen hält Reuber dagegen für „nicht wirtschaftlich“.

Anzeige

Was festsitzt, sitzt fest

Auch weitere Technik-Gadgets können hinzugekauft werden. Mangelt es einem Notebook etwa an einer Webcam für Videokonferenzen, lässt sich diese über USB-, PCMCIA- oder PCI-Express-Buchsen anschließen, ebenso wie ein fehlendes W-Lan-Modul. Mittels eines neuen Mini-Dongles kann man sich neuerdings auch Bluetooth an Bord holen, mit einem Bauteil, das nicht größer ist als der Empfänger für externe Funkmäuse, eines ebenfalls gerne genutzten Zusatztools. Gleiches gilt für UMTS: Den Anschluss ans schnelle Handynetz erhält man wahlweise via PC-Card, USB-Stick oder auch übers eigene Handy.

Nicht nachrüsten lassen sich bisher interne Grafik-, Sound- oder TV-Karten. Sie sind meist Bestandteil der Hauptplatine und keine Einzelbauteile wie an gängigen feststehenden Computern. Zwar kann man von verschiedenen Herstellern externe, via USB betriebene Module erwerben. Für den üblichen Büroalltag ist ihr Einsatz aber von geringer Bedeutung. Ganz abgesehen davon, dass sie die Mobilität der Geräte, ein Hauptargument für Notebooks, empfindlich einschränken. Immer interessanter wird für Büroarbeiter hingegen externer USB-Speicher, der nach und nach den eingebauten optischen Laufwerken und Brennern den Rang abläuft. Sticks und Speicherkarten sind so gut wie unendlich oft bespielbar, kleiner und eben extern, das heißt, man muss für den Transport auch großer Datenmengen nicht mehr unbedingt das Notebook selbst mitschleppen. Dies führt mehr und mehr dazu, dass Laptopbesitzer ihr DVD-Laufwerk gleich ganz entfernen und den gewonnenen Raum für einen zweiten Akku nutzen. So verdoppeln sie leicht die mobile Laufzeit ihrer Geräte.

Neukauf oft reizvoller

Besitzer von Apple-Produkten können ihre Notebooks ebenfalls mit neuester Technik versehen. Auch hier sind die Kunden vor allem an mehr Arbeitsspeicher interessiert, wie Georg Albrecht, Sprecher von Apple Deutschland, feststellt. Tatsächlich führt eine Investition an dieser Stelle oft schon zu bedeutend besseren Rechnerleistungen, bei Macs wie bei PCs. Viel weniger Apple-User verlangen eine neue Festplatte, zumal man deren Einbau „besser einen Fachmann“ durchführen lässt, rät Albrecht.

Immer wieder sprechen Fachleute beim Thema Notebooks von einem Drei-bis-vier-Jahre-Zyklus. Nach Ablauf dieser Frist sind die Geräte in der Regel steuerlich abgesetzt. Da fällt es den Geschäftsführern leicht, für eine Neuanschaffung zu votieren, anstatt an den Einzelteilen der alten Geräte herumzuschrauben.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...