Diverses Neustart in die Tradition

Neustart in die Tradition

Neustart in die Tradition

Vom eigenen Weingut träumen viele. Ein schwäbischer Mittelständler hat Ernst gemacht. Und produziert inzwischen Spitzenweine.

Eigentlich hat Thomas Lindner genug zu tun. Er leitet den medienscheuen Weltmarktführer
der Nadelbranche und hat eine eigene Leiterplattenfi rma bei Chemnitz. Damit es ihm nicht langweilig wird, hat er zum Pilotenbrevet noch den Jagdschein gemacht. Außerdem spielt der 53-Jährige Golf, ist Vater zweier richtig netter Kinder, bewegt seinen Labrador Fifty – und ist offensichtlich glücklich verheiratet mit Marie Gräfin von Degenfeld-Schonburg.

Und da sind wir beim Thema, denn Adel verpflichtet. Von wegen: „Wir sind zum Weingut gekommen wie die Jungfrau zum Kind.“ Schon
vor Jahren hatten die Lindners mit „zwei Hektar im Bordeaux“ geliebäugelt: „Als Alterssitz ein kleines Weingut, 1000 Flaschen für den Eigenbedarf
und 1000 für die Freunde“, das hätte dem großen Mann mit dem feinen Lächeln schon gefallen. Aber irgendwie hat es nicht geklappt – und dann kam sowieso alles anders.

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Der nach den Weltkriegen enteignete Schwiegervater erhielt 1993 aus dem ungarischen Entschädigungsprogramm Kupons für Auktionen, in
denen Staatseigentum wieder an den Privatmann oder die -frau gebracht werden sollte. Also warum nicht einen Teil des Besitzes zurückersteigern?
Lindner, noch ganz beseelt von seiner Bordeaux-Idee, dachte an ein Weingut mit Schloss, ein Gesamtkunstwerk: „Ich weiß noch, wie ich
mit meinem Schwiegervater an einem späten Novemberabend hier angekommen bin, die Enttäuschung war groß, als ich das Gebiet um Tokaj gesehen habe: Hier gibt’s nur Weingüter,
die Schlösser sind woanders.“

Doch dann war da am Ortseingang von Tarcal dieses romantisch verfallene Herrenhaus und der pittoreske Eingang zu einem exquisiten, 200 Jahre alten Keller: „Es war Liebe auf den ersten Blick!“ Die Gräfin mit der Muttersprache Ungarisch lacht: „Mein Vater musste bei den Auktionen eifrig die Hand heben.“

Lindner erzählt: „Ich dachte noch, was wird er schon kriegen, zwei Rebzeilen vielleicht?“ 60 Hektar sind es geworden. Und vor Lindner war kein
Weinbuch mehr sicher.

Den kompletten Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 11/2004, Seite 164, nachlesen.

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