Diverses Nobelpreis für den unbequemen Virtuosen Vargas Llosa

Die höchste Anerkennung der literarischen Welt geht in diesem Jahr an den peruanischen Autor Mario Vargas Llosa. Damit zeichnet die Schwedische Akademie abermals einen dezidiert politischen Schriftsteller aus.

Mit Mario Vargas Llosa bekommt wieder einmal ein Autor die höchste Auszeichnung der literarischen Welt zuerkannt, der sich in seiner Heimat laut und selbstbewusst für Demokratie und Gewaltlosigkeit engagiert.

Der 74-Jährige Peruaner Vargas Llosa übt seit Jahren in seinen Werken offen Kritik an der peruanischen Gesellschaft und generell an den Zuständen in den südamerikanischen Ländern. Zu Vargas Llosas Themen gehören neben dem alltäglichem Rassismus und der stets unterschwelligen Gewalt auch Attacken gegen die korrupten und undemokratischen Regime in Südamerika.

Anzeige

Perus verlorener Sohn

Seinen Weltruhm begründete der am 28. März 1936 in Arequipa im Süden Perus geborene Vargas Llosa gleich mit seinem ersten, 1962 erschienenen Roman „La ciudad y los perros“ (Die Stadt und die Hunde). Das Werk ist eine eindrucksvolle Darstellung autoritärer Systeme. Sein vorerst neuester Roman ist „Die Welt des Juan Carlos Onetti“.

Das Leben des peruanischen Schriftstellers erscheint wie eine Geschichte vom verlorenen Sohn. Die Hälfte seiner Erwachsenenjahre hat der berühmteste Autor des Andenstaates in Europa und Nordamerika gearbeitet. Der Autor wird deshalb oft als „europäisch“ denkender Schriftsteller bezeichnet. Er sei jedoch mit ganzer Seele Lateinamerikaner, der sich in Europa lediglich ebenso zu Hause fühle, sagte er einmal.

1990 wagte der bekennende Liberale Vargas Llosa einen Ausflug in die Politik und bewarb sich um das peruanische Präsidentenamt. Zunächst galt er als aussichtsreichster Kandidat, musste sich in einer Stichwahl jedoch seinem Kontrahenten Alberto Fujimori geschlagen geben. Danach beschränkte Llosa sich wieder auf die Literatur, begleitet jedoch kommentierend das politische Geschehen in Südamerika. Populistischen Staatschefs wie Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez etwa warf er vor, einen „Kommunismus wie in Kuba“ anzustreben.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...