Diverses Nobelzwerge

Luxus ist keine Frage der Größe mehr. Welche Top-Ausstattungen für kleine Autos zu haben sind.

Es war sicher keine Sparsamkeit im Spiel, als Helmut Lübke sich für seinen Audi A3 Sportback entschied. Nachdem der Chef des Designmöbel-Produzenten Interlübke aus Rheda-Wiedenbrück die Liste mit Sonderausstattungen durchgearbeitet hatte, war aus dem Zweiliter-TDI mit einem Grundpreis von 23.000 Euro ein Nobelzwerg für mehr als 32.000 Euro geworden. Mit schwarzen Ledersitzen, elektronischer Einparkhilfe und Bose-Soundsystem. „Der Klang ist auf den Innenraum abgestimmt“, erklärt Lübke stolz, der während langer Fahrten gerne CDs mit klassischer Orgelmusik hört.

Der Unternehmer vermisst nichts im Einsteiger-Kombi aus Ingolstadt. Im Gegenteil: „Ich schätze kompakte Autos, weil sie einfach viel handlicher sind“, sagt Lübke. Daher lautet sein Credo: „Lieber ein kleines, perfekt ausgestattetes Auto als eine sperrige Limousine.“ Gäbe es den A3 Sportback nicht mit gehobenem Ambiente, mit sensorgesteuerten Scheibenwischern und Sitzheizung – Lübke hätte ihn wohl nicht genommen.

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Die Premium-Hersteller greifen derlei Vorlieben gerne auf – und bieten inzwischen auch für Einsteigermodelle in der Kompaktklasse beinahe den gleichen Luxus wie für ihre Spitzenmodelle. Der A3 Sportback lässt sich mit demselben sprachgesteuerten Navigationssystem ordern wie der große A8. Der Einser von BMW kommt mit adaptivem Kurvenlicht und Aktivlenkung wie der Siebener. Und selbst Mercedes offeriert für seine A-Klasse dieselbe Interieurlinie wie für das Flaggschiff mit dem „S“ auf dem Heck.

Wer sich für seinen Kompakten großzügig bei starken Motorvarianten und Sonderausstattungen bedient, gelangt dann auch preislich ziemlich schnell auf das Niveau der höheren Fahrzeugsegmente. „Viele der Autokäufer sagen sich: Warum soll ich mir ein großes Auto kaufen, das nur viel verbraucht und mit dem ich keinen Parkplatz finde?“, weiß Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen und Experte für die Marketingstrategien der großen Premium-Hersteller. „Aber trotzdem wollen die Leute natürlich nicht das billige Einstiegsmodell, sondern eine Variante für gehobene Ansprüche.“

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 05/2006, Seite 84, nachlesen.

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