Diverses Notenbanken unter Zugzwang

Historische Zinssenkungen gegen die Wirtschaftskrise: Die schwedische Notenbank hat ihren Leitzins am Mittwoch auf ein Prozent gesenkt. Auch in England liegt der Schlüsselzins bereits auf diesem Niveau. Und was macht die Europäische Zentralbank? Eine Bestandsaufnahme von impulse-Redakteur Holger Externbrink.

Noch hält die Europäische Zentralbank still. Sie lässt sich noch ein wenig Spielraum für weitere Zinsmaßnahmen. Vergangene Woche hat sie die Leitzinsen wie erwartet unverändert bei zwei Prozent belassen. Da die Konjunkturzahlen für Januar aber eine weitere Eintrübung der Wirtschaftsstimmung aufzeigen und gleichzeitig die Inflationszahlen weiter rückläufig sind, ist davon auszugehen, dass bei der nächsten Sitzung im März die Leitzinsen auf 1,5 Prozent gesenkt werden.

Die Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im Anschluss an die Zentralbanksitzung deuten ebenfalls in diese Richtung. Trotzdem hat der Anleihemarkt bei den längeren Laufzeiten nicht mit sinkenden Zinsen reagiert, sondern orientiert sich weiterhin an den Vorgaben aus den USA. Dort regiert im Moment die Sorge vor den immer größer werdenden Konjunkturpaketen und dem damit verbundenen explodierenden Finanzierungsbedarf des Staates.

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Selbst die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen, die im Januar einen Zuwachs von fast 600.000 Arbeitslosen zeigten, führen nicht zu sinkenden Renditen. Damit zeigt sich, dass die US-Notenbank mit ihrem Leitzins von Null Prozent bereits in der Falle sitzt. Alles was sie jetzt noch tun kann, wird von den Investoren als inflationsfördernd interpretiert und schwächt daher das Vertrauen in die Werthaltigkeit von langfristigen US-Staatsanleihen. Dementsprechend sind zuletzt die Renditen angestiegen und beeinflussen auch den Zinstrend in Euroland. Für die kommende Woche sind leicht anziehenden Finanzierungskonditionen zu erwarten. Wer jetzt investieren mag, und seine Bank überzeugen kann, findet derzeit ziemlich gute Konditionen.

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