Diverses „Nur gemeinsam sind wir stark“

2009 feiert die Firma Fensterbau Ziegler aus dem bayrischen Arnstein ihren 60 Geburtstag. Jährlich verkauft sie rund 30.000 Fenster - dazu Wintergärten, Haustüren und Sonnenschutz. Das Unternehmen weiß, dass sein Erfolg ohne das Engagement der Mitarbeiter nicht möglich wäre. Die Gegenleistung des Arbeitgebers ist eine betriebliche Altersvorsorge.

„Früher haben wir vermögenswirksame Leistungen gezahlt, das waren erst 52 Mark im Monat, dann 26,59 Euro. Ende 2006 haben wir damit aufgehört. Dafür legen wir jetzt monatlich 50 Euro als Altersvorsorge für die Mitarbeiter in einen Fonds an“, erklärt Stefan Dotzel, Geschäftsführer von Fensterbau Ziegler. Der Fonds hat eine Beitragsgarantie. Das heißt: Die Mitarbeiter bekommen auf jeden Fall ihre Beiträge wieder ausgezahlt. Hinzu kommt eine so genannte Höchststandgarantie, mit der die Anleger vor fallenden Kursen geschützt werden sollen.

Diese 50 Euro arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge bekommt jeder der rund 50 festangestellten Mitarbeiter. Die zehn Teilzeitkräfte erhalten einen anteiligen Betrag. Fensterbau Ziegler will mit der betrieblichen Altersvorsorge den Mitarbeitern etwas zurückzugeben: „2006 war ein unglaublich gutes Jahr. Wir wollten die Mitarbeiter daran beteiligen, denn ohne sie wäre das niemals möglich gewesen. Wir sind eben nur gemeinsam so stark“, so Stefan Dotzel. Doch Prämien und Boni gab es bei den Fensterexperten sowieso schon. Also dachte man über ein anderes Belohnungssystem nach und kam so auf die arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge. „Schließlich müsste eine Gehaltserhöhung deutlich höher ausfallen, um einen so hohen Betrag netto zu bekommen. Die arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge ist für uns ganz klar auch eine Entlohnungsform“.

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Und sie dient als Mitarbeiterbindungsinstrument. „Unsere Personalplanung ist langfristig und die Mitarbeiter bleiben in der Regel viele Jahre bei uns. Scheidet aber einer aus, dann kann er natürlich seine Altersvorsorge mit zum neuen Arbeitgeber nehmen oder stilllegen – was ihm lieber ist“, erklärt Dotzel. Zwar seien am Anfang viele Mitarbeiter skeptisch gewesen, nur etwa die Hälfte hatte zu Beginn selbst den Arbeitgeber-Anteil aufgestockt. „Heute sind es aber um die 80 Prozent, die zusätzlich etwas einzahlen“, so der Geschäftsführer. Das hänge sicherlich auch damit zusammen, dass immer mehr Mitarbeitern das Risiko bewusst wird, vielleicht im Alter nicht genügend Geld zu haben, wenn sie jetzt nicht vorsorgen. Somit ist die Rechnung aufgegangen, denn Fensterbau Ziegler wollte mit der betrieblichen Altersvorsorge auch einen Denkanstoß geben: „Wenn der Mitarbeiter selbst 50 Euro dazulegt, hat er zwar etwa 20 Euro netto weniger in der Tasche, aber eine Sparleistung von 100 Euro.“

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