Diverses Ode an die Hand

Die Fotografische Sammlung im Essener Museum Folkwang präsentiert vom 20. Mai bis 30.Juli 2006 die Ausstellung "Speaking with Hands". Zentrales Motiv der New Yorker Privatsammlung ist die menschliche Hand, die Fotografen seit den Anfängen des Mediums als wichtige Quelle visueller Inspiration dient. Die Ausstellung vereint Fotografien aus der Zeit von 1850 bis 2003 von 150 international herausragenden Fotografen.

Die Ausstellung verdeutlicht, dass die mühelose Fähigkeit der Fotografie, das Fragment, das Detail und die flüchtigen Momente festzuhalten, von den ersten Anfängen des Mediums an die Darstellung der Hand gefördert hat. In der Ausstellung sind die Arbeiten in verschiedene historische Kategorien wie auch in thematische Sektionen gruppiert.

Alle Exponate stammen aus der umfangreichen Privatsammlung des New Yorker Sammlers Henry M. Buhl, der durch den Kauf von Alfred Stieglitz‘ ikonischer Fotografie von Georgia O’Keeffes Händen zu dem Gedanken einer Sammlung inspiriert wurde.

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Dieser erste Ankauf, „Hands with Thimble“ (1920), ist das Kernstück einer Sektion, die dem „Portrait“ gewidmet ist und in der unter anderem Bilder von Edward Steichen, Berenice Abbott, Dorothea Lange, Edward Weston, Annie Leibowitz, Robert Mapplethorpe zu finden sind.

Viele dieser „Portraits“ ganzer Personen entstanden in der Absicht, nur durch die Hände etwas über die Berühmtheit, den Beruf, das Geschlecht, das Alter, oder die ethnische Zugehörigkeit des oder der Portraitierten zu enthüllen.

Ein Teil der Ausstellung ist der Gestik gewidmet, entweder als Körpersprache des täglichen Lebens, in der verstärkten Rhetorik politischer Reden oder als theatralische Konventionen wie sie u.a. in der Pantomime auftritt. Zu sehen sind z.B. Arbeiten der Fotojournalisten Robert Capa und Elliott Erwitt sowie des Künstlers Robert Rauschenberg.

Daneben gilt die Aufmerksamkeit Arbeiten aus den 1920er bis 1950er Jahren, als Hände häufig in fragmentierter oder fetischisierter Form in Fotogrammen und Fotomontagen von Künstlern wie Herbert Bayer, André Kertész, El Lissitzky oder László Moholy-Nagy auftauchten. Viele dieser Arbeiten wurden im Kontext oder unter dem Einfluss künstlerischer Bewegungen der Avantgarde, des Konstruktivismus, Surrealismus und des Bauhaus geschaffen.

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist den letzten fünfundzwanzig Jahren gewidmet. Die meisten zeitgenössischen Arbeiten sind konzeptionell ausgerichtet und unterscheiden sich von früheren Fotografien durch ihr Großformat und den Einsatz von Farbe.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Freitag 10 bis 24 Uhr

Kostenlose Führungen:

jeweils sonntags um 15 Uhr am 21. Mai 2006, 4. Juni 2006, 18. Juni 2006, 2. Juli 2006, 16. Juli 2006 und 30. Juli 2006

www.museum-folkwang.de

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