Diverses Off the Road Again

Auf der Buckelpiste genauso zu Hause wie im Stadtverkehr - kompakte Offroader bieten Komfort und sind dennoch hart im Nehmen.

Klaus Hofmockel mag es kantig. Der Elektrotechnik-
Unternehmer aus Rohr bei Nürnberg fährt eine
G-Klasse von Mercedes, die Urversion deutscher Offroader. Mit
seinem eckigen Gefährt hat der Freizeitpilot sogar schon die
europäische Geländewagen-Meisterschaft gewonnen. Ein
kleiner Spaß-Offroader kam ihm bislang nicht in die Garage.

Für impulse machte der eingefleischte Querfeldeinfahrer eine
Ausnahme und testete Mini-S. Diese Kompakt-Offroader geben
sich mit kleineren Parklücken zufrieden, benötigen weniger
Sprit und sind preiswerter als ihre großen Brüder. „Die
wenigsten Autofahrer brauchen wirklich Autos von dieser
Größe“, meint Hofmockel. Auch im Freigelände können die
SUVs mithalten. Wer sich selbst überzeugen möchte, findet href=http://www.impulse.de/offroad>hier eine Übersicht
der schönstes Offroad-Parks – mit der Chance, Freikarten zu
gewinnen.

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Hofmockels anfängliche Vorbehalte gegen die Klein-Modelle
lösten sich beim Fahrtest schnell in Luft auf. „Die Kompakt-
SUVs sind eigentlich ganz witzig“, so der überraschte
Firmenchef. „Durch die Abmessungen und das geringere
Gewicht kommen sie im Gelände leichter zurecht als die
Großen.“ Den Herstellern ist so viel Lob aus Offroad-Kreisen fast
unangenehm. Denn sie wissen: Die meisten Käufer nutzen die
smarten SUVs hauptsächlich als Straßenautos. Gedanken an
unbequeme und hart gefederte Geländekisten gilt es unbedingt
zu verhindern.

Entsprechend kommt der X3 von BMW genauso als Spaßmobil
für „Mountainbiker“ daher wie der neue Opel Antara. Und
Toyota hat den frischen RAV-4, dessen Vorgänger 1994 die
Klasse der Kompakt-SUVs erfand, vor allem auf Komfort
ausgelegt, um die Fahrer zu verwöhnen. Das hat auch
Volkswagen bewogen, den Golf Plus als Cross-Variante höherzu
legen. „Die Modelle sind für Kunden konzipiert, die bequem ein-
und aussteigen möchten“, erklärt VW-Sprecher Jens Bobsien.

Selbst der Geländewagen-Urvater Jeep will mit dem Kompakt-
SUV Compass nicht vorrangig die Offroad-Gemeinde erreichen.
Der deutsche Chrysler-Exportchef Thomas Hausch glaubt sogar,
dass sich Jeep in der Vergangenheit „zu stark auf die
traditionelle Kundschaft konzentriert“ habe. Und so kommt der
Compass statt im Rechten-Winkel-Design wie Wrangler oder
Commander eher im Kindchenschema daher.

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Abseits der Straße

Trotz allem kauft der SUV-Kunde einen Geländewagen – und
manch einer will die Fähigkeiten, die in seinem Fahrzeug
schlummern, irgendwann austesten. Der Weg von der Theorie
zur Praxis ist steinig: „Zu uns kommen viele, die noch nie
etwas vom Thema Untersetzung gehört haben“, erzählt Charly
Stiegelbauer, Platzwart und Coach des Offroad-Parks
Langenaltheim in der Nähe von Ingolstadt. Mindestens die
Hälfte seiner Kunden seien unerfahrene SUV-Besitzer. Der
Geländeprofi zeigt ihnen, wie sie heil durch die Grube kommen.

Vom Platz fahren sie alle mit einer großen Portion neuer
Erfahrungen. „Oft sind sie überrascht, was alles geht“, freut
sich der Fahrtrainer. Für Anfänger hat er allerdings auch
„Drückeberger“-Passagen eingebaut: Alternativrouten um die
steilsten Hänge und Felskanten herum.

Offroader raten SUV-Besitzern dringend, nur unter Aufsicht in
den Graben zu fahren – und nicht allein nach Schlaglochpisten
zu suchen. „Man neigt dazu, sich zu überschätzen“, weiß Karl
Matthäus Schmidt. Der Spross der gleichnamigen Privatbank-
Dynastie und heutige Chef der Berliner Quirin Bank weiß,
wovon er spricht: Er ist mit seinem Land Rover einmal auf einer
Eisplatte 40 Meter rückwärts gerutscht.

Städter, die sich die Strapazen im Parcours ersparen wollen,
können ihr Auto jetzt immerhin nach Buckelpiste aussehen
lassen: mit Schlamm aus der Flasche, den die britische Firma
Spray-on-Mud Ltd. vertreibt (0,75 ­Liter für rund elf Euro). „Er
lässt sich in Sekunden auftragen“, wirbt der Anbieter. Für
Offroad-Meister Hofmockel ein Sakrileg: „Wenn wir im Gelände
unterwegs waren“, so der Unternehmer, „hat sich der Wagen
die Wäsche ehrlich verdient.“

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