Diverses Ohne jedes Maß

Reinhard Klimasch leitet bei impulse den Bereich Steuern

Reinhard Klimasch leitet bei impulse den Bereich Steuern© Florian Schwinge

Der Piloten-Streik geht zu weit, sagt impulse-Redakteur Reinhard Klimasch - aus zwei Gründen: Die Forderungen der Gewerkschaft Cockpit sind maßlos. Und die Folgen des Arbeitskampfs möglicherweise fatal.

Streik darf weh tun. Sonst wäre der Arbeitskampf auch wirkungslos. Schließlich sollen verärgerte Kunden sowie Einbußen bei Umsatz und Gewinn die Arbeitgeber zu Kompromissen bewegen. Diese Waffe gibt das deutsche Streikrecht den Gewerkschaften ausdrücklich an die Hand. Zu spüren bekommen dies in diesen Tagen zehntausende Passagiere der Lufthansa-Töchter Eurowings und Cityline. Geschäftsreisende müssen bis zum Abend mit Flugausfällen und massiven Verspätungen rechnen.

Was die Piloten-Gewerkschaft Cockpit hier angezettelt hat, geht indes weit über den normalen Arbeitskampf hinaus. Für maßlose Forderungen nehmen die Piloten die Passagiere praktisch in Geiselhaft. Und um sie besonders zu piesacken, hatte Cockpit den Streik erst auf den allerletzten Drücker angekündigt. Die Piloten pochen auf Besitzstände und Abmachungen früherer Jahre. Unterm Strich würde das eine Gehaltserhöhung von 30 Prozent bedeuten. Für Cockpit wäre dies ein teuer erkaufter Sieg. Denn dann müsste die Lufthansa die Ticketpreise auf den Kurzstrecken so stark anheben, dass die Kunden in Scharen davon liefen. Das wäre nicht das erste Mal, dass Gewerkschaften die Arbeitplätze ihrer Mitglieder wegstreikten.

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