Diverses Ohne Netz und doppelten Boden

Eine Untersuchung zeigt: Die meisten Mittelständler wissen gar nicht, welche Gefahren ihrem Unternehmen drohen können.

Risiken gehören zum Geschäft. Aber ohne ein entsprechendes
Frühwarnsystem kann eine anfangs kleine Fehlentwicklung das
gesamte Unternehmen in eine große Krise führen. Der
Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) schlägt
deshalb Alarm. Für eine Studie interviewten die Experten mehr
als 100 Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer
Unternehmen.

Ergebnis: Nur jede fünfte Firma ist gut vorbereitet und verfügt
über ein professionelles Risikomanagement, das helfen kann,
Bedrohungen abzuwehren. Dabei reicht die Palette möglicher
Konsequenzen von einem Ausfall des Computersystems bis hin
zum unerwarteten Verlust eines Großkunden. Schlimmer noch:
Die Hälfte der Firmenchefs hält es für unnötig, derartige
Gefahrenquellen überhaupt systematisch zu überwachen. „Der
Mittelstand tut zu wenig, um frühzeitig solche Risiken zu
erkennen“, sagt Berater Ralf Presber, beim BDU verantwortlich
für die Themen Unternehmensführung und Controlling.

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Dabei geht es nicht immer gleich um existenzbedrohende
Risiken. Auch beim Thema Rating oder der Kreditvergabe
drohen Nachteile. „Schon das nächste Finanzierungsgespräch
bei der Bank kann für ein böses Erwachen sorgen“, warnt
Presber. „Unternehmen, die kein Risikomanagement vorweisen
können, haben es bei der Finanzierung schwerer und müssen
höhere Zinsen akzeptieren.“ Ein firmenweites Frühwarnsystem
ist allerdings auch mit Arbeit verbunden.

So sollte sich beispielsweise die Geschäftsführung monatlich mit
den Berichten über kritische Faktoren befassen, um
Fehlentwicklungen schneller als die Konkurrenz zu erkennen.
„Wer bei der Aufdeckung und Abwehr von Gefahren die
richtigen Instrumente einsetzt“, sagt BDU-Präsident Antonio
Schnieder, „ist den Wettbewerbern voraus.“

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