Diverses Online die Marke schützen

Domaindiebstahl, Warenfälschung, Phishing. impulse.de zeigt, wie Cyber-Kriminelle im Netz den Ruf von Firmen beschädigen - und was Chefs dagegen unternehmen können.

„Das Internet ist attraktiv und günstig für die Kundensuche, aber eben auch für Betrug“, sagt Frank Schulz, Betriebsleiter der Firma Markmonitor. Täglich späht er im Netz nach Cyber-Kriminellen, die den Ruf einer Marke vorsätzlich beschädigen. Auffällig sei, dass die Betrüger gleichzeitig von verschiedenen Fronten angreifen. Viele Methoden sind zwar nicht neu, dafür aber mittlerweile umso ausgereifter.

Ein von Markmonitor regelmäßig erstellter Index zeigt: Einige der wertvollsten Marken der Welt sind pro Woche rund einer halben Million Angriffe ausgesetzt.

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Doch nicht nur die sind gefährdet: „Den Internetkriminellen ist die Größe des Unternehmens egal. Ob Konzern oder Mittelständler: Angegriffen wird jeder, der wertvolle Marken in seinem Produktportfolio hat“, sagt Schulz.

Betrüger setzen auf Tippfehler

Eine beliebte Methode ist das sogenannte Cyber-Squatting. Der Squatter (engl.: Hausbesetzer) registriert dabei eine Domain, die eine Firma noch nicht für sich angemeldet hat oder die der ursprünglichen Internetadresse stark ähnelt. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt: Statt des Suffix „.de“ verwenden die Domainvagabunden dann zum Beispiel „.com“ oder „.org“. Oder verändern die Schreibweise des Firmennamens: Beim Typo-Squatting setzt der Anbieter auf Tippfehler des Nutzers.

Welche Methode auch benutzt wird, auf den Zielseiten warten dann Überraschungen wie Trojaner, Viren, Bezahlwerbung. Auf manchen Seiten versuchen die Fälscher auch eigene oder gefälschte Waren zu verkaufen.

Große Firmen verlieren bis zu zwei Millionen User

„Der Name des Unternehmens kann dann mit dem Missbrauch in Verbindung gebracht werden“, sagt Schulz. Manche Unternehmen verlieren durch die gestohlenen Seiten bis zu zwei Millionen Besucher auf ihrer eigenen Homepage, schätzt er.

Oftmals versuchen Squatter die abgegriffenen Domains an den Markenbesitzer zurück zu verkaufen – das kann für Unternehmen teuer werden. Die Kosten liegen, je nach Markengröße, zwischen 100 und 1 Million Euro.

Zwar gibt es Möglichkeiten Squatter zu verklagen, doch zuerst muss die betroffene Firma eine Reihe von Beweisen sammeln, um den Tatbestand der Rufbeschädigung nachzuweisen. Das kostet Zeit. Hier kommen die Spezialisten ins Spiel.

Firmen wie Markmonitor oder Netnames helfen, die Betrüger aufzuspüren. „Wir sind in der Lage, Lücken zu sehen und Missbrauchsdomains zu finden“, so Schulz. Die Spezialisten fordern dann die Website-Betreiber auf, die Seite runter zu fahren. Markmonitor sorgt nach eigenen Angaben für 125.000 Schließungen jährlich.

Auch gefälschte Logos können gefunden werden. Dafür benutzt Netnames eine spezielle Software. Das Unternehmen schickt die Ergebnisse dann an die Auftraggeber. Die müssen selbst entscheiden, wie sie weiter vorgehen. „Unternehmen müssen selbst aktiv werden und gerichtsverwertbare Beweise sammeln. Wir helfen diese zu finden“, sagt Geschäftsführer Bernd Beiser.

Viren und Trojaner war früher

Eine andere Form des Betrugs ist das sogenannte Phishing. Unternehmen können davon genauso wie Privatpersonen betroffen sein. Diese Form setzt Know-How auf der Betrügerseite voraus.

Früher wurden Viren, Würmer und Trojaner anonym per E-Mail verschickt. Der Empfänger klickte auf den Anhang und öffnete so dem ungebetenen Besuch die Tür zu seinem Rechner.

Beim Phishing verwenden die Internetdiebe sensible Markendaten, um den Verbraucher in die Irre zu führen. Der erhält eine Email, zum Beispiel vermeintlich von einem Finanzinstitut, in der Name und Logo des Unternehmens benutzt werden. Der Verbraucher wird zu Zahlungen aufgefordert. „Das kann die Marke beschmutzen. Die Kunden sind wütend, weil das Unternehmen den Diebstahl der Daten zugelassen hat“, sagt Schulz.

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