Diverses Patrona Bavariae hilf!

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Als erste Bank hat die BayernLB signalisiert, dass sie Geld aus dem gerade geschnürten Rettungspaket der Bundesregierung benötigt. Dass es die Bayern sind, überrascht nicht nur, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer. Es bringt auch die Regie der Koalition erneut ins Wanken.

Ausgerechnet Bayern! Der Staat öffnet die Schatzkammer und bietet die sagenhafte Summe von einer halben Billion Euro, um die gestrauchelten Banken-Riesen wieder auf die Füße zu stellen. Dass es jetzt mit der Bayern-Landesbank eine Staatsbank – und auch noch eine aus dem sonst erfolgsverwöhnten Süden – sein soll, die als erste in den Geldtopf greift, ist erstaunlich. Stehen doch seit Tagen die großen Geschäftsbanken am Pranger und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sogar mit einem Bein bereits im Gefängnis (wenn es nach der Links-Partei geht, was es zum Glück nicht tut).

Doch nach dem Patzer mit der misslungenen Nominierung von Ex-Bundesbankchef Tietmeyer (den die SPD verständlicherweise als obersten Krisenmanager nicht wollte, weil er im Aufsichtsrat der Hypo Real Estate saß), bringt der Hilferuf aus Bayern die Regie der Bundesregierung erneut ins Wanken. Wie sollen die harsche Pauschalkritik an den Bankern, die Forderung nach harten Einschnitten und die Ankündigung einer strengen Staatsaufsicht überzeugen, wenn die Politiker, die jetzt eine Lösung versprechen, im öffentlich-rechtlichen Bankensektor seit Jahren selbst versagen. Soll so Vertrauen entstehen? Oder setzen die Staatsdiener in bewährter Manier auf das Prinzip Hoffnung? Auf der Homepage der Bayern-LB findet sich bis heute der Satz „BayernLB wieder auf festerem Boden“.

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